noows.de

Ratgeber für Alltag, Reise, Auto und Geld

Auto

Frühjahrscheck fürs Auto: So beseitigen Sie die Spuren des Winters

Tausalz, Nässe und Kälte setzen jedem Fahrzeug zu. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung machen Sie Ihr Auto an einem Nachmittag wieder fit und erkennen, welche Arbeiten in die Werkstatt gehören.

Eimer und Schwamm neben einem salzverschmutzten Auto in einer Einfahrt im Vorfrühling

Die ersten milden Tage eignen sich gut, um dem eigenen Wagen einen Nachmittag zu widmen. Monate mit Nässe, Kälte und Tausalz gehen an keinem Fahrzeug spurlos vorbei, und vieles fällt erst auf, wenn man genauer hinsieht. Die meisten Arbeiten erledigen Sie ohne Fachwissen und mit wenig Werkzeug. Wenn Sie der folgenden Reihenfolge folgen, behalten Sie den Überblick und erkennen rechtzeitig, was ein Fall für die Werkstatt ist.

Erst waschen, dann prüfen

Am Anfang steht die Reinigung, denn unter einer Schmutzschicht bleiben Schäden unsichtbar. Außerdem kann Salz, das in Ritzen und Falzen sitzt, die Korrosion begünstigen. Wählen Sie deshalb in der Waschanlage ein Programm mit Unterbodenwäsche. Sand und anhaftende Krusten sollten vorher mit reichlich Wasser herunter, weil sie sonst wie Schleifpapier auf dem Lack wirken können.

Einige Stellen erreicht keine Anlage. Nehmen Sie sich diese anschließend mit Eimer, Schwamm und Mikrofasertuch vor:

  • Türfalze und Einstiegsleisten
  • die Mulde rund um den Tankdeckel
  • die Innenkanten der Radhäuser
  • die Kante des Kofferraumdeckels
  • die Wasserabläufe unterhalb der Frontscheibe und, falls vorhanden, am Schiebedach

Gerade die Abläufe verdienen Aufmerksamkeit: Sind sie durch Laub verstopft, sucht sich Regenwasser einen anderen Weg und kann bis in den Innenraum oder an die Elektronik gelangen.

Der Rundgang ums Fahrzeug

Gehen Sie nun bei gutem Tageslicht einmal langsam um den Wagen herum. Diese Punkte lohnen einen zweiten Blick:

  • Lack: Kleine Steinschläge an Front und Schwellern sollten Sie bald schließen, bevor sich dort Rost bildet. Für punktuelle Schäden gibt es Lackstifte im passenden Farbton. Bei größeren Stellen ist ein Fachbetrieb die bessere Wahl.
  • Frontscheibe: Ob sich ein Einschlag reparieren lässt, hängt von Größe und Lage ab. Lassen Sie das zeitnah klären, denn aus kleinen Schäden können bei Temperaturwechseln Risse werden.
  • Wischer: Hinterlassen die Blätter Schlieren oder rattern sie über das Glas, ist ein Austausch fällig.
  • Dichtungen: Gummis an Türen und Klappen freuen sich über etwas Pflegemittel, damit sie geschmeidig bleiben.
  • Beleuchtung: Prüfen Sie Abblendlicht, Blinker, Bremslichter und Kennzeichenbeleuchtung. Für die Bremslichter hilft eine zweite Person oder die Spiegelung in einem Schaufenster.

Technik: Füllstände, Batterie, Bremsen

Unter der Motorhaube kontrollieren Sie Motoröl, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit anhand der Markierungen. Sinkt ein Stand auffällig schnell oder sehen Sie Flecken auf dem Stellplatz, sollte eine Werkstatt nach der Ursache suchen. Die Anleitung Ihres Fahrzeugs nennt die passenden Betriebsstoffe und zeigt, wo sich die Kontrollstellen befinden.

Die Batterie hat im Winter viel geleistet. Springt der Motor nur noch zögerlich an, lassen Sie sie testen, das bieten viele Werkstätten nebenbei an. Achten Sie auch auf die Bremsen: Ein leichter Rostfilm nach längerer Standzeit verschwindet meist nach wenigen Bremsungen. Schleifgeräusche, ein Ziehen zu einer Seite oder ein verändertes Pedalgefühl gehören dagegen sofort in Fachhände.

Innenraum: trocken, sauber, frisch

Räumen Sie den Wagen zunächst komplett aus. Winterzubehör muss nicht das ganze Jahr mitfahren, und jedes Kilo weniger hilft beim Verbrauch. Saugen Sie danach Sitze und Teppich gründlich ab und heben Sie dabei die Matten an. Ist der Boden darunter klamm, lüften Sie den Wagen an einem sonnigen Tag ausgiebig. Dauerhafte Feuchtigkeit lässt die Scheiben beschlagen und kann muffige Gerüche verursachen. Kehrt sie immer wieder zurück, liegt womöglich eine Undichtigkeit vor.

Auch auf der Innenseite der Scheiben bildet sich mit der Zeit ein Belag, der vor allem bei tief stehender Sonne stört. Reinigen Sie das Glas mit einem sauberen Tuch. Lassen Sie außerdem die Klimaanlage regelmäßig laufen, und wechseln Sie den Innenraumfilter im vom Hersteller vorgesehenen Intervall. Riecht es beim Einschalten unangenehm, kann die Werkstatt das System reinigen. Bei dieser Gelegenheit lohnt ein Blick auf das Ablaufdatum des Verbandkastens und auf die Vollständigkeit von Warndreieck und Warnweste.

Reifenwechsel ohne Eile

Einen festen Stichtag schreibt das Gesetz nicht vor. Entscheidend ist das Wetter: Warten Sie, bis keine Glätte mehr droht und auch die Nächte beständig mild sind. Vor der Montage prüfen Sie die Sommerreifen auf Risse, Beulen und Profiltiefe. Das gesetzliche Minimum liegt bei 1,6 Millimetern, Fachleute empfehlen aus Sicherheitsgründen jedoch deutlich mehr. Gerade bei Nässe lässt die Haftung mit abnehmendem Profil spürbar nach.

Wer selbst wechselt, zieht die Radschrauben mit dem Drehmomentschlüssel nach Herstellerangabe an, kontrolliert sie nach einer kurzen Fahrstrecke erneut und passt den Luftdruck an. Die abmontierten Räder lagern am besten gereinigt, kühl, trocken und dunkel. Notieren Sie außerdem, an welcher Position jedes Rad gefahren ist.

Selbst machen oder Werkstatt?

AufgabeSelbst möglichBesser in die Werkstatt
Lackkleine Steinschlägegrößere Schäden, Rost
ScheibeReinigung, WischerwechselEinschläge und Risse
TechnikFüllstände kontrollierenLeckagen, Bremsprobleme
Klima und LüftungFilterwechsel, je nach ModellReinigung und Wartung der Anlage

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Frühjahrscheck?

Für Wäsche, Rundgang und Innenraum sollten Sie einen halben Tag einplanen. Der Reifenwechsel kommt je nach Erfahrung und Ausstattung hinzu.

Sind Winterreifen im Sommer erlaubt?

Ja, verboten sind sie nicht. Auf warmem Asphalt bieten Sommerreifen aber in der Regel kürzere Bremswege und ein präziseres Fahrverhalten.

Zahlt die Versicherung einen Steinschlag?

Das hängt vom Vertrag ab. Glasschäden sind häufig über die Teilkasko abgedeckt. Klären Sie Bedingungen und Selbstbeteiligung am besten vor der Reparatur.

Muss ich das Wischwasser wechseln?

Abpumpen ist normalerweise nicht nötig. Füllen Sie nach der Frostperiode einfach nach und folgen Sie dabei den Hinweisen auf dem Reinigerkonzentrat.