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Zapfenstreich für Christian Wulff: Sigmar Gabriel hält die Ehrung Wulffs für eine „große Peinlichkeit“

7. März 2012 • Politik

Der für den morgigen Donnerstag geplante Zapfenstreich zur Verabschiedung des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff löst immer mehr Kontroversen aus. Nun hat der SPD-Chef Sigmar Gabriel Wulffs traditionellen Abschied aus dem Amt als „große Peinlichkeit“ bezeichnet.

Den „Stuttgarter Nachrichten“ sagte SPD-Chef Gabriel: „Da wird einer, der im Amt gescheitert ist, so verabschiedet, als habe er Großes für Deutschland geleistet.“

„Wulff sollte freiwillig auf den Ehrensold verzichten“

Es sei kaum auszuhalten, dass Wulff nicht auf den Zapfenstreich verzichte, dass er sich nicht an seine eigenen Vorschläge halte, den Ehrensold zu halbieren. „Und dass er nun auch noch bis zu seinem Lebensende die volle Amtsausstattung mit Büro, Schreibkraft, Auto und Fahrer haben will,“ fand Gabriel auch anstössig. Der SPD-Chef forderte, dass Wulff freiwillig auf seinen Ehrensold verzichten solle. Der Oppositions-Chef geht davon aus, dass Wulff anders als seine Vorgänger kaum noch zu repräsentativen Anlässen und Terminen gebeten werde.

Wulff sollte nicht zum politischen Streitthema werden

Trotz seiner Forderung, Wulff solle auf die Rente eines Bundespräsidenten verzichten, verteidigt Gabriel den Ehrensold in Höhe von fast 200 000 Euro, die Wulff nun zustehen. „Es ist nicht sinnvoll, aus dieser Frage einen politischen Streit zu konstruieren. Das Bundespräsidialamt muss die Rechtsgrundlagen beachten, und wenn es zu dem Schluss kommt, dass Christian Wulff dieser Ehrensold zusteht, werden wir das nicht ständig kritisieren.“

Christian Wulff war im Februar zurüchgetreten nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität beim Bundestag beantragt hatte. Die Behörden ermitteln weiterhin gegen Wulff wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und Vergabe im Zusammenhang mit dessen Freundschaft zu dem Film unternehmer David Gronewold.

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