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Kampf der Giganten: Yahoo verklagt Facebook

13. März 2012 • Wissenschaft & Technik

Mit dem Vorwurf des Ideenklaus zieht Yahoo gegen das soziale Netzwerk Facebook vor Gericht. Der Ausgang der Verfahrens könnte für Zuckerbergs Erfolgsunternehmen schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.„Viele der Technologien, auf denen Facebook fußt, wurden zuerst von Yahoo entwickelt“, lautet die am Montag eingereichte Klageschrift der Yahoo-Anwälte.

Klage könnte Börsengang Facebooks erheblich erschweren

Bereits seit Jahren sei Facebook „schwarz gefahren“. Doch nun will Yahoo nicht länger zuschauen und verlangt Schadensersatz in nicht bekannter Höhe. Bereits vor zwei Wochen hatte das Internet-Urgestein gedroht, gegen das soziale Netzwerk vorzugehen.

Einen ungünstigeren Zeitpunkt könnte es für Facebook kaum geben. Die Vorbereitungen für den im Sommer erwarteten Börsengang laufen auf Hochtouren. Mögliche Investoren könnten durch eine Klage von derartiger Tragweite jedoch stark verunsichert werden. Dessen ist sich auch das bereits im März 1995 gegründete Internet-Unternehmen bewusst und erhofft sich damit einen Vorteil in möglichen Verhandlungen über einen Vergleich.

Facebook soll zehn entscheidende Patente verletzt haben

Die Klageschrift fällt nicht gerade gering aus. Yahoo ist der Ansicht, essentielle Funktionen sozialer Netzwerke entwickelt zu haben. Dazu zählt das Verschicken von Nachrichten, Kommentierung und die Anzeige von Neuigkeiten. Äußerst bedeutsam dürfte auch die Entscheidung im Fall der verletzten Werbeanzeigen-Patente werden, durch die sich Facebook maßgeblich finanziert. Insgesamt zehn Patente soll Facebook konkret übergangen haben.

Das soziale Netzwerk kündigte bereits starken Widerstand an. „Wir werden uns mit allen Mitteln gegen diese rätselhaften Aktionen zur Wehr setzen“, erklärte eine Facebook-Sprecherin. Auch das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Menlo Park habe erst jetzt von der Klage erfahren.

Yahoo will zu alter Größe zurückkehren

Speziell im Werbegeschäft sind beide Internetkonzerne erbitterte Konkurrenten. Doch mit dem enormen Wachstum Facebooks in den vergangen Jahren konnte Yahoo nicht Schritt halten. Im Gegenteil: Als Konsequenz des aufgehenden Facebook-Sterns sah sich das Internet-Urgestein mit sinkenden Mitgliederzahlen und Einnahmen konfrontiert. Nach eigenen Angaben sollen das Unternehmen zuletzt 700 Millionen Nutzer gehabt haben.

Im Kampf um die Internet-Vorherrschaft setzt Yahoo auf einen rigiden Kurs, der vom neuen Konzernchef Scott Thompson, der Anfang des Jahres angetreten war, verfolgt wird. Eine der ersten Amtsaktionen stellt die Klage gegen Facebook dar. Doch auch intern hat Thompson bereits für radikale Veränderungen gesorgt und zahlreiche Topmanager ausgewechselt.

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