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Amoklauf in Afghanistan: Täter litt unter schwerer Kopfverletzung

13. März 2012 • Politik

Erstmals nach dem Blutbat eines US-Soldaten in Afghanistan sind erste Informationen über den mutmaßlichen Täter an die Öffentlichkeit gedrungen. Der inzwischen inhaftierte Unteroffizier soll bei einem Irakeinsatz 2010 schwere Kopfverletzungen davongetragen haben, wie der TV-Sender CNN berichtete.

Wie der Sender unter Berufung auf nicht genannte Beamte im Verteidigungssektor mitteilte, sei der verheiratete Familienvater trotz seiner Verletzung von Militärärzten für diensttauglich befunden worden.

Hirnverletzung durch Autounfall

Bei einem Autounfall habe sich der ausgebildete Scharfschütze eine nicht näher spezifizierte Hirnverletzung zugezogen. Insgesamt habe er dreimal im Irak gedient. Der US-Soldat verweigert auch weiterhin die Aussage.

Nach bisherigen Ermittlungen müsse man von einem Einzeltäter ausgehen, erklärte US-General und Kommandeur der Nato-Truppen John Allen. In der Nacht zum Sonntag habe er sich von seinem Stützpunkt in Pandschwai entfernt, woraufhin ein Suchtrupp aufgestellt wurde. Wenig später habe man erste Informationen über das Massaker erhalten.

Deutsche Soldaten bleiben bis 2014 stationiert

Der tragische Zwischenfall ändere nichts an der bis 2014 geplanten Anwesenheit der deutschen Bundeswehr in Afghanistan, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Blitzbesuch am Montag. Das Weiße Haus äußerte sich in ähnlicher Weise.

Nachdem bereits die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten im vergangenen Monat für schwere Unruhen gesorgt hat, befürchtet die US-Regierung nun eine weitere Verschärfung der Lage. Der Amoklauf hätte das Potential, „Zorn und Emotionen an einem Ort anzufachen, in dem die Spannungen bereits beträchtlich sind“, sagte der Sprecher des State Department, Mark Toner.

Amokläufer soll gerechter Strafe zugeführt werden

Die US-Regierung werde alles in ihrer Macht stehende tun, um den Soldaten, der am Sonntag 16 Zivilistet getötet hat, zur Verantwortung zu ziehen, versprach Außenministerin Hillary Clinton. „Es ist furchtbar. Grauenhaft. Ich kann mir die Trauer der Familien nicht einmal vorstellen.“ Dennoch bleibe es weiterhin das Ziel der USA, das Terrornetzwerk Al-Kaida zu zerschlagen.

Indes richtete sich das Parlament in Kabul mit einer scharfen Warnung an die internationalen Soldaten. „Die Toleranzgrenze des afghanischen Volkes ist erreicht“, hieß es in einer Mitteilung. Weiterhin wurde die US-Regierung aufgefordert, „die Täter sobald wie möglich in einem öffentlichen Gericht in Afghanistan unter Beteiligung des afghanischen Volkes zu bestrafen“. Das Blutbad könne unter keinen Umständen geduldet werden. Es ist wichtig, dass all jene zur Rechenschaft gezogen werden, „die das Blut von Afghanen unter irgendeinem Vorwand vergießen“.

Vergeltung für das Massaker kündigten bereits die radikal-islamischen Taliban an.

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