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Werden Pay-TV-Rechte bald europaweit vergeben?

27. November 2013 • Kultur & Medienwelt

Die Europäische Union will offensichtlich prüfen, ob die Pay-TV-Rechte für Live-Sport, Filme und Serien in Zukunft europaweit vergeben werden. Hintergrund sind Rechtsstreitereien über die Nutzung günstigerer Pay-TV-Angebote aus dem Ausland per Satellit.
Auf Bezahlfernsehsender wie Sky, die Sportverbände und Filmfirmen könnten einige Änderungen zukommen. Einem britischen Zeitungsbericht zufolge plant die EU-Kommission in Brüssel eine Untersuchung zum Pay-TV in Europa. Sie will prüfen, ob die derzeitige Praxis, die Rechte für jedes Land einzeln zu vergeben, das EU-Wettbewerbsrecht verletzt. Sollte das so sein, müssten die Rechte zukünftig EU-weit vergeben werden.

Streit um griechisches Pay-TV in britischer Kneipe

Gründe für die Untersuchung gibt es genug: Da viele Satellitenfernsehprogramme europaweit zu empfangen sind, kann man sich im Ausland eine Abokarte und einen passenden Sat-Receiver besorgen, um zum Beispiel günstiger Live-Fußball zu sehen. Die Betreiberin einer britischen Sportsbar zog deshalb vor den Europäischen Gerichtshof. Sie zeigte Fußballspiele der Premier League über die Abokarte eines griechischen Pay-TV-Anbieters und war deshalb von einem britischen Sender verklagt worden. Die Richter gaben der Wirtin recht: Die Verbraucher in der EU dürfen Pay-TV-Abokarten aus Mitgliedsstaaten kaufen und nutzen.

Massive Konsequenzen für Pay-TV-Anbieter – in einigen Jahren

Derzeit sind Live-Fußballspiele ausländischer Ligen bei nahezu allen Pay-TV-Sendern in Europa günstiger zu buchen. Sollte die EU-Kommission die Vergabepraxis ändern, würde das den Pay-TV-Markt in Europa grundlegend verändern – ob dadurch die Preise steigen oder sinken würden, lässt sich kaum abschätzen. Allerdings geht die EU-Kommission laut einem Sprecher von einer mehrjährigen Prüfung aus. Und die Untersuchung ist noch nicht einmal offiziell beschlossen.
Foto: Sky

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