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Trauriger Rekord: Die schmutzigsten Städte der Welt

18. Oktober 2014 • Panorama

Luftverschmutzung, Atemschutzmasken, Fahrverbote, vergiftete Flüsse, exorbitante Smogwerte, ekelhaftes Trinkwasser: Millionen von Menschen leiden unter den Ergebnissen wachsender Industrie und unkontrollierter Umweltverschmutzung. Hierbei haben einige Städte den traurigen Rekord erreicht, sie gehören – neben anderen Städten – zu den schmutzigsten Orten der Welt:


Neu Delhi (Indien)
In Indiens Stadt Neu Delhi ist die Luft stärker mit Schadstoffen durchsetzt als in Peking – und bereits dort werden die deutschen Grenzwerte um das 20-fache überschritten. Reiseportale warnen Touristen vor dem Aufenthalt in Delhi und verweisen als Ursache dabei auf den enormen Autoverkehr, unzählige Kraftwerke und Fabriken und die offenen Feuerstellen in Indiens Städten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO leben hier die meisten Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Asthma.


Santiago (Chile)
Regelmäßig setzt sich eine dichte Dunstglocke über die Hauptstadt Chiles. Grund für die enorme Kontamination der Luft mit Kohlenstoffdioxid, Stickoxid und Schwefelwasserstoff ist das hohe Verkehrsaufkommen. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben 2003 4.800 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung.


Ulan Bator (Mongolei)
Auch die Ein-Millionen-Stadt Ulan Bator in der Mongolei leidet unter erheblicher Luftverschmutzung. Diese wird besonders durch die Verbrennung ungereinigter Rohkohle in Heizkraftwerken und Abfällen jeglicher Art verursacht. Die Luftverschmutzung hat ein solches Maß angenommen, dass Mediziner die erhöhte Rate an Fehlgeburten und Neugeborenen mit Geburtsfehlern in dieser Region auf die Umweltverschmutzung zurückführen.


Tschernobyl (Ukraine)
Die Reaktor-Katastrophe von 1986 hinterlässt auch heute noch ihre Spuren in der ukrainischen Stadt. Bei dem Unglück vor achtundzwanzig Jahren wurde viel Strahlung in die Luft entlassen, ein Großteil der radioaktiven Stoffe blieb jedoch in der Anlage. Viele der Flüsse, Pflanzen und angebauten Lebensmittel sind nach wie vor kontaminiert – besonders gefährdet sind Menschen, die sich mit selbst produzierten und gesammelten Lebensmitteln versorgen. Um die Strahlung der Anlage zu reduzieren, wurde im November 2012 ein gigantisches Stahlgerüst über dem explodierten Reaktor errichtet.


Bombay (Indien)
Viele Bewohner der Stadt Bombay leben wortwörtlich im Dreck. Fehlende Entsorgungsmöglichkeiten für Abfall und Abwasser, eine schlechte Kanalisation, giftige Gase von Fabriken und Straßenverkehr dominieren den Alltag und beeinflussen die Gesundheit der Menschen.


Teheran (Iran)
In Teheran ist die Luftverschmutzung so stark, dass die iranische Bevölkerung nur mit Mundschutz auf die Straße geht und tageweise das öffentliche Leben – auf Anweisung – lahmgelegt wird. Die Dunstwolke aus Feinstaub erschwert das Atmen und zwingt selbst die Fußballspiele der Ersten Liga zu einer Pause. Die Umweltverschmutzung löst Kopfschmerzen und Übelkeit aus; nach Angaben des Geschäftsführers des Teheraner Zentrums für die Kontrolle der Luftqualität aus dem Jahr 2012 starben jährlich 5.000 Menschen in der Hauptstadt an den Folgen der Luftverschmutzung.


Addis Abeba (Äthiopien)
In der Hauptstadt von Äthiopien leiden die Menschen an keiner Luftverschmutzung – hier spielen die mangelnden Möglichkeiten zur Müllentsorgung eine viel entscheidendere Rolle. Verschmutztes Trinkwasser und die Ausbreitung von Infektionskrankheiten und Epidemien sind die Folge.

Foto: Thinkstock, iStock, akiyoko

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