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Priester wegen Missbrauch zu sechs Jahren Haft veruteilt

26. Januar 2012 • Panorama

Am Donnerstag wurde ein katholischer Priester vom Landgericht in Braunschweig wegen sexuellen Missbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der 46-Jährige aus Salzgitter soll sich in 250 Fällen an drei 9 bis 15 Jahre alten Jungen über Jahre vergangen haben.

Der Vorsitzende Richter, Manfred Teiwes, sagte begründend zu dem Urteil: „Er hat das besondere Vertrauensverhältnis systematisch ausgenutzt, das er als katholischer Geistlicher hatte.“ Im Einzelnen wurde der Pfarrer wegen 36-fachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und 214 Fällen schweren Missbrauchs von Kindern verurteilt.

Priester gab Missbrauch zu

Der Geistliche gab den Missbrauch bereits am ersten Verhandlungstag in vollem Umfang zu, nachdem ihm das Gericht einen Strafrahmen von sechs bis sechseinhalb Jahren in Aussicht gestellt hatte. Da man den Prozess nicht unnötig verlängern wollte, auch um den Opfern weitere Aussagen zu ersparen, wurden von den anfangs 280 aufgelisteten Fällen 30 nicht weiter verfolgt. Den Ermittlern war in diesen Fällen die zeitliche Einordnung schwer gefallen.

Zusätzliches kirchenrechtliches Verfahren

Den 46-Jährigen erwartet nun noch ein zusätzliches kirchenrechtliches Verfahren. Das Bistum Hildesheim will die Ergebnisse der kirchlichen Voruntersuchung mit dem Gerichtsurteil zur Glaubenskongregation nach Rom schicken. „Entweder wird das Verfahren dann in Rom entschieden oder an das Bistum zurückverwiesen“, erklärte der Bistumssprecher Michael Lukas. Der Priester müsse damit rechnen, aus dem Kirchendienst entlassen zu werden.

Priester nutzte das Vertrauen der Familien aus

Im Jahre 2004 hatte sich der Geistliche zunächst mit dem Sohn einer Witwe angefreundet. Die Mutter des Neunjährigen hatte den Umgang mit dem Priester anfangs arglos geduldet. „Ich dachte, er sei ein hilfsbereiter, guter Freund“, hatte sie ausgesagt. Der Junge wurde von dem Mann betreut, schlief regelmäßig an Wochenenden bei ihm und fuhr mit ihm in den Urlaub. Nachdem der Mutter das Verhältnis zu eng geworden war, schaltete sie den Weihbischof ein, der dem Priester im Jahr 2006 den Kontakt zu dem Jungen verbot. Kurze Zeit später freundete sich der Geistliche mit einer anderen Familie mit zwei Söhnen an, die er ebenfalls missbrauchte.

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