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Musik-Dienst Spotify feiert Deutschlandstart

12. März 2012 • Wissenschaft & Technik

In anderen Ländern ist der Internet-Dienst Spotify bereits seit Jahren fest etabliert, doch aufgrund des komplexen Musikrechts mussten sich deutsche Benutzer lange gedulden. Jetzt geht Spotify aber auch in Deutschland an den Start.

Musik überall und jederzeit – das verspricht der Streaming-Dienst Spotify. Für eine monatliche Gebühr können Kunden auf verschiedenen internetfähigen Endgeräten auf eine schier unüberschaubare Musikbibliothek zugreifen.

Der im Oktober 2008 in Schweden begründete Dienst ist Teil eines Marktes, der noch in den Kinderschuhen steckt, durch Anbieter wie Napster, Simfy oder Aupeo aber bereits dicht besetzt ist. Um aus der Masse hervorzustechen, gestattet Spotify die Einbindung diverser Apps, um mit Personalisierbarkeit beim Verbraucher zu punkten.

„Betriebssystem für Musik“

„Wir wollen das Betriebssystem für Musik werden“, sagte Spotify-Gründer Daniel Ek im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Die Nutzer sollen Musik in den verschiedensten Situationen und mit Spotify Apps hören können, die sie gern verwenden.“ Die Software-Schnittstelle (API) von Spotify ermöglicht es externen Entwicklern, eigene Anwendungen zu erstellen. Diese können vom Nutzer fest in das Streaming-Angebot des Anbieters integriert und dieses so individuell gestaltet werden.

Ähnlich großes Potential wie iTunes

Diese Vielfalt könnte Spotify zu enormen Einfluss verhelfen und macht den schwedischen Dienst zu mehr als einem weiteren Netz-Anbieter von Musik. „Wenn es Spotify gelingt, mit den Apps von Partnern ständig neue Nutzungsszenarien zu schaffen, könnte dies den digitalen Musikvertrieb auf ähnliche Weise umwälzen, wie das Apple mit iTunes erreicht hat“, prophezeit der Branchenexperte Eric Eitel.

Ähnlich wie iTunes wurde auch Spotify aus der Auseinandersetzung mit dem rechtswidrigen Kostenlos-Vertrieb von urheberrechtlich geschützter Musik über Plattformen wie Pirate Bay und Kazaa heraus geboren. „Das hat Leute wie mich dazu gebracht, darüber nachzudenken, wie man diese Probleme lösen kann“, erklärt Spotify-Gründer Ek. „Man kann nicht gegen Technologien ankämpfen. Aber mit Spotify bieten wir eine bessere Technik als Piraterie-Angebote. Wenn die Leute das erkennen, nutzen sie es auch.“

Zunehmender Konkurrenzkampf wird Preis langfristig drücken

Durch den Spotify-Start am drittgrößten Musikmarkt weltweit nimmt der Druck auf die Konkurrenz weiter zu. Hier bereits legalisierte Angebote wie Napster oder Simfy haben ein ähnliches großes Repertoire und liefern sich einen erbitterten Preiskampf. Das Hineindrängen des schwedischen Dienstes in den Markt wird diesen noch zusätzlich verschärfen und Kunden immer günstigere Preise bescheren.

Während das Gesamtangebot inklusive mobiler Nutzung bei Napster monatlich 12,95 Euro kostet, bieten Simfy und Spotify einen ähnlichen Service bereits für 9,99 Euro an. Zusätzlich gibt es weitere Preismodelle, die unter anderem werbefinanziert sind oder nur eine Nutzung am PC erlauben.

Streaming als Dienst der Zukunft

Zwar werden Datenträger, Downloads und Streaming in Zukunft mit unterschiedlichen Marktanteilen nebeneinander bestehen, aber Spotify-Gründer Ek sieht Streaming als die Branche mit dem größten Potential. „Die Mehrheit der Leute will Musik nicht kaufen, sondern einfach jederzeit und auf jeder Art von Gerät den Zugang dazu haben. Und sie wollen die Musik ihrer Freunde hören. Musik ist die sozialste Sache der Welt. Allein die Musik kann kulturelle, sprachliche und demographische Grenzen überwinden.“

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