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Die Zahl der Organspenden geht zurück

12. Januar 2012 • Gesundheit

Im Jahr 2011 ist die Zahl der Organspenden in Deutschland wieder deutlich zurückgegangen. Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) zufolge, spendeten im vergangenen Jahr 1200 Menschen nach ihrem Tod Organe, das sind 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Insgesamt 4054 Menschen habe man 2011 mit einer Organspende helfen können, im Vorjahr seien es 4326 gewesen, teilte die Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag in Frankfurt mit. Ein möglicher Grund für den Rückgang sei die stetig wachsende Zahl der Patientenverfügungen.

12 000 Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan

Im Jahr 2010 hatte die Anzahl an Organspenden ihren bisherigen Höchststand erreicht. Nach DSO-Angaben warten zum gegenwärtigen Zeitpunkt rund 12.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan.

Zahl der gespendeten Organe steigt nur im Osten

Auch die Anzahl der gespendeten Organe ging im vergangenen Jahr, um knapp sieben Prozent auf 3917, zurück. Nur in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sei die Spendenbereitschaft gestiegen, berichtete die DSO. Dort erhöhte sich die Zahl der Spender von 155 auf 166, die Zahl der Organe von 468 auf 488.

Patientenverfügungen mindern Zahl der Organspenden

In einem Bericht, der Faktoren in Kliniken analysieren soll, die zu einer nachhaltigen Steigerung der Organspende beitragen können zeichnete sich ab, dass der Zuwachs an Patientenverfügungen die Zahl der Organspenden vermindern. „Immer häufiger scheinen Patientenverfügungen eine Organspende auszuschließen, weil der Patient sich nicht explizit dazu geäußert hat und gleichzeitig intensiv-medizinische Maßnahmen ablehnt“, sagte Prof. Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der DSO. Als Spender kommen nur Patienten infrage, deren Körperfunktionen nach dem Hirntod aufrechterhalten und die weiter beatmet, also intensiv-medizinisch behandelt werden.

Gesetzesänderung soll Anzahl von Organspenden erhöhen

Einer EU-Vorgabe folgend, muss der Bundestag bis Mitte 2012 ein neues Transplantationsgesetz verabschieden. Davon erhofft sich die DSO eine Förderung der Organspende. Die Franktionen einigten sich darauf ein Gestz zu verabschieden wonach künftig die Bereitschaft der Bürger zu einer Organspende regelmäßig abgefragt wird, um die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Gegenwärtig ist es noch so, dass ein Spender von sich aus sein Einverständnis geben muss. Einen Organspendeausweis haben nach DSO-Schätzung nur 20% der Bundesbürger.

Umfragen zufolge wären theoretisch 66% bereit zur Organspende

Experten gehen davon aus, dass die Neuregelung die Spendenbereitschaft erhöhen wird. Einer Umfrage zufolge sagten 66 Prozent der Befragten sie würden ihre Einwilligung zur Organspende geben.

Das Thema ruft aber auch immer wieder Ängste hervor. Viele Menschen haben die Befürchtung, Ärzte würden nicht mehr mit vollem Einsatz um ihr Leben kämpfen, wenn sie sich zu einer Spende bereiterklärt haben.

Organspenden unterliegen strikter Gesetzgebung

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) koordiniert bundesweit die Organspenden ausschließlich von Verstorbenen. Ihr Ziel ist es Patienten so schnell wie möglich die notwendige Transplantation zu ermöglichen. Zurzeit können nach Angaben der DSO Niere, Herz, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm nach dem Tod gespendet werden. Spende, Entnahme, Vermittlung und Übertragung unterliegen dem deutschen Transplantationsgesetz.

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