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Botox soll Depressionen lindern

28. Februar 2012 • Gesundheit

Das in der kosmetischen Chirurgie bereits vielfältig eingesetzte Nervengift Botox soll Abhilfe bei Depressionen schaffen. Forscher aus Hannover und Basel haben in ersten Versuchen Hinweise entdeckt, dass Botox Depressionen lindern kann. Wie es scheint ist der teilweise in Verruf geratene Wirkstoff Botox noch vielfältiger einsetzbar als bisher angenommen. Durch die Medien hauptsächlich als Falten-weg-Spritze bekannt, kann Botox anscheinend auch Depressionen mildern.

Anti-Aging und Stimmungsaufheller in Einem?

Bereits seit den Achtizigern wird Botox zur Behandlung von verschiedensten Bewegungsstörungen von Neurologen eingesetzt. Erst in den letzten zehn Jahren wurde der Wirkstoff als Anti-Aging-Mittel in der Schönheitsmedizin zu einem Massenphänomen. Nun haben Forscher auch einen Effekt des Wirkstoffs auf bestimmte Patienten mit Depressionen beobachtet. Dreißig Patienten, die zum Teil schon lange an Depressionen litten und bei denen Antidepressiva nicht die gewünschte Wirkung erzielte, nahmen an einer Studie teil, bei der der Hälfte der Probanden Botox (Botulinumtoxin) in die Stirn injiziert wurde. Den 15 anderen Teilnehmern wurde nur eine Schein-Injektion verabreicht.

Gruppe mit Botox-Injektion war weniger depressiv

Am Montag teilte die Medizinische Hochschule Hannover mit, dass die Patienten aus der Botox-Gruppe bereits nach zwei Wochen weniger depressiv gewesen seien. Die Schwere der Symptome habe sich bei 60 Prozent der Probanden nach sechs Wochen mindestens halbiert. Bis zum Ende der Studie nach insgesamt 16 Wochen wurden weitere Verbesserungen verzeichnet. In der Kontrollgruppe, die nur einen Placebo gespritzt bekam, verbessterten sich die Symptome der Patienten nur geringfügig. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin „Journal of Psychiatric Research„.

Für welche Patienten die Injektion infrage kommt ist noch unklar

Nach weiteren Studien könnte Botulinumtoxin könnte eine reelle Option für Patienten werden. „Botulinumtoxin könnte ein neuer Bestandteil in der Depressionsbehandlung werden,“ sagte Prof. Tillmann Krüger von der MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie. Die Behandlung sei relativ nebenwirkungsarm, sicher und ökonomisch, da die Wirkung einer Spritze mehrere Monate anhalte, erklärte Tillmann weiter. Allerdings muss noch geklärt werden, unter welchen Bedingungen man den Wirkstoff gegen Depressionen einsetzten kann, damit er die Symptome der Krankheit lindert.

In Deutschland leiden laut Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums vier Millionen Deutsche an der psychischen Erkrankung. Bis zu ihrem 65. Lebensjahr sollen gut zehn Millionen Menschen eine Depression erlitten haben. Noch gibt es kein Medikament das die Erkrankung vollständig heilen kann.

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