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Arbeitskosten: Standort Deutschland liegt deutlich über EU-Durchschnitt

27. April 2014 • Wirtschaft

Kein anderer finanzieller Aspekt ist für Unternehmen in Deutschland von ähnlich überragender Bedeutung wie ein effizientes Lohnkostenmanagement. Aufgrund eines deutlich über dem europäischen Durchschnitt liegenden Lohnniveaus und hoher Abgaben, vor allem im Bereich der Sozialversicherung, ist der Faktor Arbeit in Deutschland deutlich teurer als in anderen Ländern Europas.

Die Spirale der Effizienz dreht sich weiter

Die Einstellung von Arbeitskräften rechnet sich für eine Firma nur dann, wenn sich aus dem Anstellungsverhältnis ein Mehrwert ergibt. Da die Kosten pro Angestelltem einschließlich der notwendigen Sozialversicherung zusammengerechnet eine echte finanzielle Belastung für einen Betrieb darstellen, muss der jeweilige Arbeitsplatz umso effizienter ausgestaltet sein. Durch diese Rationalisierung fallen fortschreitend weitere Arbeitsplätze weg. Die betroffenen Arbeitnehmer finden keine adäquate Anschlussbeschäftigung und fallen in der Folge den Sozialkassen zur Last. Gleichzeitig werden zu wenige Kinder geboren, um eine umlagefinanzierte Rente auf heutigem Niveau mittel- bis langfristig zu gewährleisten. Die Folge ist, dass die Abgaben für die Sozialversicherung weiter steigen und für jedes einzelne Arbeitsverhältnis erneut geprüft werden muss, ob die konkrete Wertschöpfung einen Fortbestand des Arbeitsverhältnisses rechtfertigt. Hier ist also ein effizientes Kostenmanagement vonnöten – worauf Sie dabei achten müssen, erfahren Sie hier.

Die Verteuerung von Arbeit führt zu Wettbewerbsnachteilen

Aufgrund der Finanzkrise sowie der Eurokrise stagnieren die Löhne in vielen europäischen Ländern oder sind sogar rückläufig. Bei Neuinvestitionen überlegen gerade ausländische Investoren derzeit eher zweimal, ehe sie sich für einen neuen Standort in Deutschland entscheiden. Gleiches gilt für deutsche Firmen, die ihre Produktionskapazitäten erweitern möchten. Auch diese weichen aufgrund des deutlich niedrigeren Lohn- und Abgabenniveaus wieder vermehrt ins Ausland aus. In Frankreich, Spanien und Portugal stiegen die Lohnkosten im abgelaufenen Jahr zwischen 0,3 und 0,5 Prozent. Auf der Insel Zypern ergab sich sogar ein Rückgang von 7,6 Prozent. Gleiches gilt, in geringerem Umfang, für die baltischen Staaten sowie Rumänien. Das Lohnniveau in Deutschland ist deshalb alles andere als ein Standortvorteil.

Neue Konzepte sind gefragt

Um langfristig nicht ins Hintertreffen im internationalen Wettbewerb zu geraten, ist ein Umdenken in Deutschland unumgänglich. Dies betrifft neben einer stärkeren Abschöpfung großer Vermögen auch eine Neuordnung der Sozialsysteme, welche sich an den tatsächlichen Gegebenheiten orientiert. Auf diese Weise wird nicht nur eine größere Generationengerechtigkeit erzielt, sondern auch Arbeit wieder bezahlbar.

IMG: A. Liesenfeld – Fotolia

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