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Abarth 595: Der Inbegriff eines frechen italienischen Kleinwagens

21. Oktober 2020 • Auto

Was ist spannender als eine Rennstrecke? Eine nasse Rennstrecke. Und wenn zum Umrunden des Kurses ein Auto bereitsteht, das nicht zur normalen Alltagsware gehört, ist die Spannung perfekt. Genau diese Kombination erwischte Fiat beim "Track Day" am Bilster Berg in der Nähe von Bad Driburg.

Der Grund: Die aktuellen und zwei brandneue Versionen des Abarth 595 sollen ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden. Kenner wissen, dass der Bilster Berg zu den sehr anspruchsvollen Kursen in Deutschland gehört. Deswegen wird er für Versuchsfahrten der Industrie und für Fahrertrainings genutzt.

Durch den Wechsel von Berg und Tal müssen viele Kurven "blind" angesteuert werden. Insofern empfiehlt es sich, den Kurs in den ersten Runden wie ein Gedicht auswendig zu lernen, um später jede Biegung optimal anzusteuern.

Klar, dass es unter diesem Aspekt nicht unbedingt die allerstärkste Abarth-Variante mit 180 PS sein muss, um schnell an Grenzen zu gelangen. Auch die mittlere Leistungsstufe mit 165 PS hat genug zu tun, um mit dem feuchten Asphalt fertig zu werden. Bereits beim Beschleunigen muss das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) eingreifen. Aber der hilfreiche Assistent verrichtet tapfer seine Arbeit, um den automobilen Kraftzwerg auf der Straße zu halten.

Sind die Grenzen der Physik schon im Kurvenansatz überschritten, muss auch dieses Assistenzsystem die Waffen strecken. Fährt der Fahrer am Bilster Berg zum Beispiel die hinterlistige Kurve namens "Mausfalle" falsch sowie zu schnell an und geht nach dem Einlenken zudem angstvoll vom Gas, wird der kurze Fiat urplötzlich zum Übersteuerer: Dann will das Heck die Vorderachse überholen. In diesem Fall endet die Weiterfahrt im bremsenden Kiesbett. Zu schnell ist zu schnell. Diese Experimente sollten daher nur auf Rennstrecken stattfinden.

Und wie steht es mit den beiden neuen Abarth-Versionen, die neben dem 595, 595 Turismo, 595 Competizione und 595 Esseesse, die aus dem 1.4-Liter-Motor mindestens 145 PS rausholen? Es geht schon mit den klangvollen Namen "Abarth 595 Monster Energy Yamaha" und "Abarth 595 Scorpioneoro" los. Echte Sammlerstücke, da die Produktion bei jedem Modell auf 2.000 Exemplare limitiert ist.

Im Monster Energy Yamaha sorgt ein Garrett-Turbolader für 165 PS, der für ein Spitzentempo von 218 km/h gut ist. Aus dem Stand heraus streicht die Tachonadel in 7,3 Sekunden über die 100er-Marke. Das unten abgeplattete Sportlenkrad signalisiert mit seiner 12-Uhr-Markierung wie im Rennwagen auffällig den Lenkeinschlag.

Außen wie innen schaffen Design-Elemente die Verbindung zur Yamaha YZR-M1-Rennmaschine, mit der Maverick Vinales und Valentino Rossi derzeit in der MotoGP-Weltmeisterschaft unterwegs sind. Da passt auch die Farbkombination Scorpione Schwarz und Podio Blau ins Bild. Wer es nur einfarbig liebt, kann den blauen Akzent weglassen.

Dagegen ist die Version Scorpioneoro eine Verbeugung vor der Vergangenheit: vor dem A112 Abarth "Gold Ring" von 1979, der in der Version "Targa Oro" ein sehr seltenes und begehrtes Sammler-Objekt geworden ist. In der Standard-Farbe schwarz (auch Podio Blau, Gara Weiß und Record Grau sind auf besonderen Wunsch lieferbar) stechen die Seitenlinien und Felgen in Gold besonders ins Auge.

Fiat will mit dem Auto Kunden ansprechen, die eine Mischung aus Komfort, raffinierten Details und Hochleistung anstreben. Auch in diesem Modell ist der Motor mit 165 PS implantiert.

Beide Sondermodelle dokumentieren mit ihrer Limitierungsplakette im Innenraum ihre Kleinserien-Sonderstellung im großen 595-Angebot. Für den Abarth Monster Energy Yamaha sind 23.872,60 Euro (Cabrio: 26.407,06 Euro) fällig, der Scorpioneoro ist erst ab 25.822,18 Euro (Cabrio: 28.356,64) zu haben.

Schön, dass Fiat die Sonderserien des 500 mit der Zusatzbezeichnung Abarth 595 und dem Skorpion als Markenemblem weiter am Leben erhält. Das hat der kleine Flitzer, der das moderne Kleinwagen-Segment entscheidend mitgeprägt hat, einfach verdient. Der Name Abarth ist obendrein der Garant für spannende Autos mit sportlichem Pfiff. Auch wenn keine Rennstrecke in der Nähe ist. Erst recht keine nasse.

Klaus Brieter / mid

Technische Daten Fiat Abarth 595

– Länge / Breite / Höhe: 3,66 / 1,63 / 1,49 Meter

– Motor: Vierzylinder Benziner

– Hubraum: 1.368 ccm

– Leistung: 107 kW/145 PS

– max. Drehmoment: 206 Nm

– Getriebe: Manuelles 5-Gang-Getriebe

– Beschleunigung: 0 bis 100 km/h in 7,8 Sekunden

– Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

– Normverbrauch (NEFZ): 6,7 l/100 km

– CO2-Emissionen: 154 g/km

– Preise: ab 19.583,53 Euro

Fotocredits: Fiat
Quelle: GLP mid

(dpa)

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