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Trotz Sieg in Michigan und Arizona – Mitt Romney kann die Republikaner nicht vereinen

1. März 2012 • Politik

Die Beobachter der republikanischen Vorwahlen für die Kandidatur um das Amt des Präsidenten wundern sich. Wie kann es sein, dass es Mitt Romney noch nicht gelungen ist, sich deutlich von seinen Kontrahenden abzusetzen? Romney gewann zwar die Vorwahlen in Michigan und Arizona am Dienstag, allerdings gelang ihm das nur mit hauchdünnem Vorsprung vor Rick Santorum. Santorum, der ultrakonservative Katholik musste sich nach einem langwierigen Kopf-an-Kopf-Rennen in Michigan knapp geschlagen geben. Nach der Auszählung von gut 90 Prozent der Stimmen kam der Ex-Governeur von Massachusetts, Romney, auf 41 Prozent der Stimmen; während der ehemalige Senator aus dem Bundesstaat Pennsylvania, Santorum, 38 Prozent der Stimmen erhielt.

Den Wähler ist Multimillionär Romney suspekt

Nachdem das Wahlergebnis der Republikaner im Bundesstaat Michigan bekannt gegeben wurde, erklärte Romney: „Wir haben nicht haushoch gewonnen, aber wir haben gut genug gewonnen. Ich bin bereit, unsere Partei zum Sieg zu führen und unsere Nation zurück in den Wohlstand.“ In diesem ist sein Sieg eher eine Niederlage, denn Michigan ist Romneys Heimatstaat. Sein Vater war im Staat der von der Automobilindustrie dominiert wird ein beliebter Gouverneur. Hier hätte Romney deutlicher gewinnen müssen. Doch dem Multimillionär will es nicht gelingen sich mit dem „einfachen“ Mann zu verbrüdern. Bei der letzten Wahl hatte Sarah Palin es verstanden die Gunst der „Joe Sixpacks“ und „Soccer-Moms“ zu gewinnen. Doch Romney ist ihnen suspekt.

Arizona – Romney: Wer siegt gewinnt

In Arizona kam er diesem Ziel bereits ein Stück näher. Den „Winner-takes-all“-Bundesstaat gewann Romney mit 47 Prozent der Stimmen. Der zweitplatzierte Santorum erhielt immerhin 27 Prozent der Wählerstimmen. Die Delegiertenstimmen aus Michigan werden proportional zum Ergebnis der jeweiligen Kandidaten verteilt. In Arizona aber gilt, wer von der Mehrheit gewählt wird, erhält alle Delegierten. Die Delegierten haben die Aufgabe im August auf der Partei-Versammlung der Republikaner in Florida den Nominierten offiziell zu bestätigen.

„Super-Tuesday“ in Sicht und Romney führt weiterhin

Abgesehen von Santorums Überraschungssiegen in den Bundesstaaten Colorado, Missouri, Minnesota in diesem Monat hat sich im Feld der Kandidaten um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner nicht viel getan. Romney führt das Feld an, doch noch kann sich alles ändern. Es ist noch knapp eine Woche bis zum „Super-Tuesday“, am Dienstag den 6. März wählen gleich zehn Bundesstaaten auf einmal. Die Kandidaten müssen in den nächsten sechs Tagen genau abwägen, wo sie mit ihrem Kampagnen-Tross hinreisen und wo sie das meiste Geld in Werbung investieren. Auf diesem Gebiet hat Romney den klaren Vorteil, denn seine Kriegskasse ist dank reicher Freunde und Unterstützer gut gefüllt.

An die konservativen Wähler kommt Romney nicht ran

Was ihm Schwierigkeiten zu bereiten scheint, ist die konservativen Wähler zu mobiliseren. Die schlagen sich lieber auf die Seite des erzkonservativen Rick Santorum, der es fertig brachte eine Rede des US-Nationalheiligen mit den Worten „als ich sie gehört habe, musste ich mich übergeben“, kommentierte. Und trotzdem warb Santorum auch um die demokratischen Wähler. Mit sogenannten „Robo-Calls“, automatisierte Telefonanrufe, bei denen ein Band den Angerufenen auffordert für einen bestimmten Kandidaten zu stimmen, wollte Santorum seine Chancen verbessern. Im Moment sieht es jedoch weiterhin so aus, als würde Romney letztlich das Rennen machen, auch wenn sich seine eigene Partei auch noch so sehr gegen ihn wehrt.

Bleibt abzuwarten wie die Vorwahlen in der nächsten Woche ausfallen. Am „Super-Tuesday“ könnte sich alles ändern oder Romney wird als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen weiter zementiert. Vielleicht überraschen die Republikaner sich selbst und hiefen die anderen beiden Kandidaten für die Nominierung wieder zurück in den Ring.

Newt Gingrich und Ron Paul hatten in Michigan und Arizona kaum Wahlkampf betrieben. Sie überließen das Feld den beiden Kampfhähnen, Romney und Santorum. In Michigan erhielt der radikalliberale Ron Paul 12 Prozent der Stimmen. Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich, der den Wählern im Falle seiner Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten die erste Siedlung auf dem Mond versprach kam auf 7 Prozent. In Arizona kehrten sich diese Verhältnisse um. Gingrich erzielte 16 Prozent und Paul 8 Prozent.

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