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Tennis-Turniere mit Struff & Co. in Corona-Zeiten

5. Juni 2020 • Tennis

Stuttgart – Es wird wieder Tennis gespielt. Nicht bei den French Open und ohne den normalen Trubel, aber mit dem letztjährigen Paris-Achtelfinalisten Jan-Lennard Struff.

Der Deutsche Tennis Bund startet in der kommenden Woche eine Wettkampfserie mit einem interessanten Konzept. Am Dienstag geht es unter notwendigen Auflagen in der Coronavirus-Krise los. «Ich finde diese Idee einfach eine coole Sache», sagte Struff.

Was steckt hinter der Serie des DTB?

Alle Turniere der WTA- und ATP-Tour sind seit Mitte März abgesagt. Offiziell läuft die Pause momentan bis zum 31. Juli. Dass es dann weitergeht, ist zweifelhaft. In dieser Zwangspause will der DTB seinen Spielern helfen, die Zeit zu überbrücken und ihnen Matchpraxis als Vorbereitung auf den noch nicht absehbaren Tag X ermöglichen.

«Nach einer längeren Pause brauchen die Spieler immer eine Weile, um wieder ihren Rhythmus zu finden und ihre wahre Leistung abzurufen», erklärte Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann. Bundestrainerin Barbara Rittner sagte: Es gehe darum, «die ganze Sportart wieder ein bisschen ans Laufen zu bringen». Mit DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard hat sie an den Details der Serie gefeilt.

Spielen die Tennis-Stars Angelique Kerber und Alexander Zverev mit?

Nein. Weder die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber noch der Weltranglisten-Siebte Zverev sind dabei. Für die besten deutschen Profis ist die Serie auch nicht unbedingt ausgelegt. Prominenteste Teilnehmer sind neben der deutschen Nummer zwei Struff der US-Open-Achtelfinalist Dominik Koepfer und der French-Open-Sieger im Doppel, Kevin Krawietz. Bei den Damen führen Laura Siegemund und Anna-Lena Friedsam aus dem Fed-Cup-Team das Feld an. Interessant wird der Comeback-Versuch von Carina Witthöft, die ihre Karriere seit längerem unterbrochen hat. 32 Herren und 24 Damen nehmen teil.

Wie laufen die Mini-Turniere ab?

Wer verliert, ist nicht gleich ausgeschieden – anders als bei den meisten anderen Turnieren der Profis. In Vierergruppen tritt jeder gegen jeden an, es folgen Platzierungsspiele zwischen zwei Gruppen an einem Standort. Es beginnt mit einer Vorrunde, die beiden Besten der Gruppen kommen jeweils weiter. Mit einer Zwischen-, Halbfinal- und Finalrunde zieht sich die Serie bis zum 26. Juli. Herren (ab 9.6.) und Damen (ab 16.6.) spielen – abgesehen von der Finalwoche – wochenweise abwechselnd. Die Sieger der Finalrunde bekommen ein Preisgeld von 8000 Euro, vorher sind pro Woche maximal 4000 Euro zu verdienen. Weltranglistenpunkte werden nicht verteilt.

Was ist noch anders als sonst?

Hände schütteln oder sich nach dem Match umarmen ist tabu. Der DTB hat ein Hygienekonzept ausarbeiten lassen, das die jeweiligen Veranstalter von den zuständigen Behörden genehmigen lassen mussten, wie DTB-Sportdirektor Eberhard erklärt. Ballkinder und Linienrichter werden nicht auf dem Platz sein, nur einen Stuhlschiedsrichter soll es geben. Zuschauer sind – nach aktuellem Stand – nicht zugelassen. Mit einem normalen Turnier hat die Serie auch deswegen wenig gemeinsam, weil nur Deutsche teilnehmen.

Wo wird gespielt?

In elf Städten. Bei der Auswahl wurden Bundesliga-Clubs und Standorte kleinerer Turniere bevorzugt, auch Bundesstützpunkte sind dabei. Die Herren beginnen in Troisdorf, Überlingen, Großhesselohe und in Neuss, wo der topgesetzte Struff in seiner Gruppe gegen Mats Moraing, Benito Sanchez Martinez und Peter Heller antritt. Die Damen starten unter anderem in Stuttgart. Die Finalrunden werden in Großhesselohe (21.- 24. Juli/Herren) und Versmold (23.-26. Juli/Damen) ausgetragen.

Ist es das einzige Event dieser Art?

Nein. Schon vom 1. Mai an wurde eine kleine Serie im rheinland-pfälzischen Höhr-Grenzhausen veranstaltet. Ab Mitte Juni soll eine Adria-Tour des Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic beginnen, bei der auch Zverev mitmacht. Für Mitte Juli sind zudem zwei Kurzturniere in Berlin geplant – mit Zverev, der früheren Wimbledon-Halbfinalistin Julia Görges, aber auch mit Topspieler Dominic Thiem aus Österreich und dem Australier Nick Kyrgios.

Fotocredits: Kamran Jebreili
(dpa)

(dpa)

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