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Sperrnummer 116 116: So sperren Sie Ihr Online-Banking im Notfall

Die 116 116 kann nicht nur bei verlorenen Karten helfen, sondern bei vielen Banken auch den Online-Zugang sperren. Hier erfahren Sie, wann der Anruf sinnvoll ist, was Sie danach tun sollten und wie Sie Ihr Konto besser absichern.

Eine Abbuchung, die Sie nicht zuordnen können. Eine täuschend echte Nachricht, auf die Sie versehentlich reagiert haben. Oder ein Smartphone mit Banking-App, das plötzlich verschwunden ist: In solchen Momenten zählt jede Minute. Viele Menschen kennen die Sperrnummer 116 116 nur für verlorene Bankkarten. Bei zahlreichen Banken lässt sich darüber aber auch der Zugang zum Online-Banking sperren. Wir zeigen, wie Sie im Ernstfall vorgehen und wie Sie Ihr Konto schon vorher besser schützen.

Wann Sie den Zugang sperren sollten

Sie müssen nicht warten, bis tatsächlich Geld fehlt. Schon ein begründeter Verdacht reicht aus, um zu handeln. Eine Sperre lässt sich später wieder aufheben, ein Betrug dagegen oft nur mühsam rückgängig machen. Typische Warnzeichen sind:

  • Umsätze oder Überweisungen, die Sie nicht veranlasst haben
  • Sie haben Ihre Zugangsdaten oder eine TAN auf einer verdächtigen Website eingegeben.
  • Ein angeblicher Bankmitarbeiter hat Sie am Telefon zu einer Freigabe gedrängt.
  • Sie haben jemandem per Fernwartungsprogramm Zugriff auf Ihr Gerät gewährt.
  • Ihr Smartphone oder Tablet mit Banking-App wurde gestohlen oder ist verloren gegangen.
  • Sie erhalten Freigabeanfragen, die Sie nicht ausgelöst haben.

So läuft die Sperrung ab

Der Sperr-Notruf ist jederzeit erreichbar, also auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen. Innerhalb Deutschlands wählen Sie die 116 116, der Anruf kostet Sie nichts. Aus dem Ausland erreichen Sie den Dienst unter +49 30 4050 4050. Welche Gebühren dabei anfallen, hängt von Ihrem Anbieter ab.

  1. Anrufen: Wählen Sie die Nummer und folgen Sie der Ansage.
  2. Anliegen nennen: Sagen Sie ausdrücklich, dass Sie den Online-Banking-Zugang sperren möchten und nicht nur eine Karte.
  3. Kontodaten bereithalten: Halten Sie möglichst Ihre IBAN und den Namen Ihrer Bank bereit.
  4. Sperrung dokumentieren: Notieren Sie Datum, Uhrzeit und gegebenenfalls eine Bestätigung.

Wichtig: Nicht jedes Geldinstitut ist an den Sperr-Notruf angeschlossen, und nicht überall ist darüber auch die Sperrung des Online-Zugangs möglich. Prüfen Sie deshalb am besten schon jetzt auf der Website Ihrer Bank, welcher Weg für Sie gilt. Viele Institute bieten zusätzlich eine eigene Sperr-Hotline oder eine Sperrfunktion in der App an. Speichern Sie die passenden Nummern in Ihrem Telefonbuch und notieren Sie sie zusätzlich auf Papier, falls Ihr Handy weg ist.

Nach dem Anruf: die nächsten Schritte

Die Sperre verhindert weitere Zugriffe, klärt aber noch nicht den möglichen Schaden. Gehen Sie deshalb gleich danach folgende Punkte an:

  • Bank informieren: Melden Sie den Vorfall Ihrem Institut direkt und fragen Sie, ob sich bereits ausgeführte Zahlungen noch stoppen oder zurückholen lassen.
  • Umsätze prüfen: Gehen Sie die Kontobewegungen der letzten Zeit sorgfältig durch und reklamieren Sie unberechtigte Buchungen möglichst schnell.
  • Anzeige erstatten: Wenden Sie sich bei Betrug an die Polizei. Viele Bundesländer bieten dafür auch eine Online-Wache an.
  • Gerät säubern: Lassen Sie ein womöglich betroffenes Gerät prüfen, bevor Sie es wieder für Bankgeschäfte nutzen.
  • Passwörter ändern: Vergeben Sie neue Passwörter, und zwar von einem sicheren Gerät aus. Denken Sie auch an Ihr E-Mail-Konto.

Ob und in welchem Umfang Ihnen ein Schaden ersetzt wird, hängt vom Einzelfall ab, etwa davon, wie der Betrug ablief und wie schnell Sie reagiert haben. Bewahren Sie deshalb alle Nachrichten, Screenshots und Notizen auf. Kommen Sie mit Ihrer Bank nicht weiter, kann eine Verbraucherzentrale oder die Schlichtungsstelle Ihres Instituts helfen.

Vorbeugen: So sichern Sie Ihr Konto im Alltag ab

Viele Betrugsversuche scheitern an wenigen festen Gewohnheiten:

  • Updates zügig einspielen: Das gilt für Betriebssystem, Browser und Banking-App. Am einfachsten geht das mit automatischen Aktualisierungen.
  • Schutzprogramme nutzen: Halten Sie auf dem Computer Virenschutz und Firewall aktiv und auf dem neuesten Stand.
  • Zugangsdaten nicht digital ablegen: PIN und Passwörter gehören weder in eine Notiz-App noch in eine Datei oder einen Online-Speicher.
  • Bankseite selbst aufrufen: Nutzen Sie ein eigenes Lesezeichen oder die offizielle App statt Links aus Mails und SMS.
  • Freigaben genau lesen: Vergleichen Sie vor jeder Bestätigung Empfänger und Betrag. Stimmt etwas nicht, brechen Sie ab.
  • Bildschirmsperre einrichten: So erschweren Sie Fremden den Zugriff, falls Ihr Gerät in falsche Hände gerät.
  • Limits anpassen: Ein niedrigeres Tageslimit für Überweisungen kann einen möglichen Schaden begrenzen.

Eine Grundregel hilft außerdem gegen viele Maschen: Seriöse Banken fragen weder per Mail noch per SMS oder am Telefon nach Ihrer PIN oder einer TAN. Legen Sie bei solchen Anfragen auf und rufen Sie Ihre Bank selbst unter der Ihnen bekannten Nummer an.

Häufige Fragen

Wird mit dem Online-Banking auch meine Karte gesperrt?

Nicht automatisch. Beides sind in der Regel getrennte Sperrungen. Sagen Sie beim Anruf deshalb genau, was gesperrt werden soll.

Wie bekomme ich meinen Zugang wieder freigeschaltet?

Das läuft nicht über den Sperr-Notruf, sondern über Ihre Bank. Wenden Sie sich an den Kundenservice oder Ihre Filiale. Häufig erhalten Sie dann neue Zugangsdaten.

Kann ich trotz Sperre noch auf mein Geld zugreifen?

Das kommt darauf an, was gesperrt wurde. Ist nur der Online-Zugang betroffen, funktioniert die Bankkarte oft weiter. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Bank nach.

Soll ich auch bei einem bloßen Verdacht sperren?

Ja. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Fremde Zugriff auf Ihr Konto haben, ist eine vorsorgliche Sperre die sicherere Wahl. Stellt sich der Verdacht als unbegründet heraus, kann Ihre Bank den Zugang wieder freigeben.