Rabatt-Rallye vor dem Genfer Autosalon

Der Wettbewerb um die höchsten Auto-Rabatte verschärft sich. Das zeigen laut Automobilmarkt-Experte Professor Ferdinand Dudenhöffer die Zahlen für den Monat Februar. Im Februar 2017 wurde nach den Kriterien des CAR-Rabatt-Index das zweithöchste Rabattniveau seit 2010 – dem Beginn der Analyse – gemessen.

"Nur im September 2013 waren die Rabatte für Neuwagen höher als im Februar dieses Jahres", sagt Dudenhöffer. "2013 wurden in Deutschland 2,95 Millionen Pkw erstzugelassen, im Jahr 2017 werden es vermutlich mehr als 3,30 Millionen Pkw-Verkäufe sein, also gute Konjunktur gepaart mit Rabatten aus Rezessions-Zeiten."

Zu den Gründen gehöre vermutlich, dass die Autobauer ihre Verkaufszahlen kurz vor Genf wieder etwas "aufhübschen" wollten. Dafür würden schon die hohen Eigenzulassungen von 34,2 Prozent aller Pkw-Zulassungen im Monat Januar sprechen. Neben den hohen Eigenzulassungen seien aber zusätzlich deutlich höhere Kundenvorteile von durchschnittlich 14,2 Prozent gegenüber Listenpreisen bei den bundesweiten Sonderaktionen der Autobauer im Spiel

Doch gibt es auch manchen Lichtblick: "Beruhigend für die Autobauer ist die Beobachtung, dass sich die Behauptung des Verbandes der freien Kfz-Händler, der Diesel verliere an Wert, nicht bestätigt", sagt Dudenhöffer. Gestützt werde der Diesel durch die weiter steigende SUV-Nachfrage und das immer größer werdende Angebot, das sich allerdings auch auf der Wertstabilität der Fahrzeuge auswirke.

Die Prognose klingt aber insgesamt skeptisch. "Große Innovationen, die den Markt in ruhigeres Fahrwasser drehen könnten, sind in Genf nicht zu erwarten", meint Dudenhöffer. "Es wird ein Festival der SUV." Damit könne man jetzt schon sagen, dass sich der problematische Trend mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fortsetzt: "Die Rabatt-Rallye geht weiter."

(dpa)