Nur Tragetücher überzeugen uneingeschränkt

Berlin – Das Baby kuschelt an Mamas oder Papas Brust. Es fühlt sich geborgen, während man selbst die Hände frei hat. Für Babytragen gibt es gute Gründe – doch nicht alle Modelle sind einwandfrei, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt. Bei den Tragen fiel das Ergebnis durchwachsen aus, dagegen konnten die Tragetücher ohne Abstriche überzeugen.

Insgesamt schauten sich die Tester 15 Modelle an – Tragetücher, Halbschnallen- und Vollschnallen-Tragen. 9 Produkte schnitten «gut» ab, darunter alle Tücher («test»-Ausgabe 1/20).

Ergonomische Schwächen bei manchen Tragen

Vollschnallen-Tragen ähneln einem Rucksack und sind vergleichsweise leicht zu bedienen. Doch nur drei dieser Modelle wurden im Test «gut» bewertet: die Manduca XT (Note 2,0), die Kokadi Flip Baby (2,1) und die Ergobaby Adapt (2,4).

Bei anderen Modellen wurde etwa kritisiert, dass sich die Sitzstege nicht anpassen lassen. Dadurch hängen die Beine der Kleinen eventuell ungestützt herunter. Das kann schlecht für die Hüftentwicklung sein. Damit sich die Gelenkpfanne nicht falsch ausbildet, sitzen Babys in den ersten sechs Monaten am besten in der Anhock-Spreizhaltung. Dabei sind die Beine gespreizt und die Knie angewinkelt auf Nabelhöhe.

Tester finden Schadstoffe in zwei Modellen

Zwei Vollschnallen-Tragen waren «mangelhaft», denn diese enthielten zudem für Kleinkinder zu hohe Mengen an Schadstoffen. Dies sahen die Tester insbesondere deshalb kritisch, weil die Kleinen häufig an den Stoffen knabbern und diese vollsabbern.

Zweigeteilt war das Ergebnis bei den Halbschnallen-Tragen, die gewissermaßen eine Mischung aus Tragetuch und Rucksack sind. Sie haben Schnallen, lassen sich aber individueller anpassen. Unter dem Strich schnitten die vier überprüften Modelle hinsichtlich ihrer Handhabung und ihrer Ergonomie ordentlich ab.

Fehlender Brustgurt als Sicherheitsrisiko

Doch bei zwei Tragen – der Fidella Flyclick und der Limas Babytrage – besteht aus Sicht der Experten ein Sicherheitsrisiko: Hier drohe das Kind herunterzufallen, wenn es auf dem Rücken geschnallt ist, da die Schultergurte abrutschen könnten. Ein Brustgurt würde das verhindern. Die Hersteller versprachen auf Nachfrage der Tester, diesen bei neuen Produkten beizulegen. Kunden, die schon eine Trage haben, können sich bei den Herstellern melden und bekommen den Angaben nach kostenlos einen Brustgurt zugesandt.

Ein gutes Ergebnis erreichten die Halbschnallen-Tragen Hoppediz Nabaca Regular (Note 1,9) und Cybex Maira.tie (2,5).

Überzeugende Tragetücher

Unterm Strich am besten schnitten die Tragetücher ab, denn hier gab es keinen negativen Ausreißer. Der Vorteil dieser Transportvariante: Richtig gewickelt, sitzt das Baby in einer idealen Haltung. Mamas und Papas müssen nur wissen, wie sie das Tuch zu wickeln haben. Techniken gibt es viele. Eine davon gilt es zu lernen.

Ein Tipp der Experten: Wer auch größere Kinder eventuell auf dem Rücken in einem Tuch tragen möchte, sollte eher auf gewebte Tücher setzen. Diese geben weniger nach als gestrickte Tücher, die sich dafür besser der Körperform anpassen, weil sie elastischer sind. Im Test gab es mit dem Amazonas Carry Sling (Note 1,7) und dem Didymos Prima (1,8) zwei «gute» gewebte und mit dem Manduca Sling (1,9) und dem Moby Wrap Classic (1,9) auch zwei «gute» elastische Tücher.


(dpa/tmn)

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