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Nahverkehr in deutschen Städten oft am Limit

3. Januar 2020 • Auto

Berlin – Die U-Bahn zu voll zum Einsteigen, im Bus jede

Halteschlaufe belegt: Der Kundenandrang bringt Busse und Bahnen in

den deutschen Städten an die Belastungsgrenze. Im 22. Rekordjahr in

Folge sind die Fahrgastzahlen 2019 kaum noch gestiegen.

Hochgerechnet werden die Deutschen etwa 10,41 Milliarden Fahrten in

Bussen und Bahnen gemacht haben, wie der Verband Deutscher

Verkehrsunternehmen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das

entspräche einem Anstieg von 0,3 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

In Ballungsräumen zunehmend Grenzen erreicht

«Das ist ein positives Ergebnis, allerdings mit Einschränkungen»,

erklärte Verbandspräsident Ingo Wortmann. «Aufgrund zunehmender

Kapazitätsengpässe und umfangreicher Baumaßnahmen stoßen wir gerade

in Hauptverkehrszeiten in den Ballungsräumen und Großstädten

zunehmend an Grenzen. Viel mehr geht dann nicht, die Fahrzeuge sind

voll.»

Mehr Bus- und Bahnfahren gilt als ein Weg zu mehr Klimaschutz in

Deutschland. Die Betreiber hatten sich vergangenes Jahr das Ziel für

2030 gesetzt, 30 Prozent mehr Kunden in Bussen und Bahnen zu

befördern. Dafür sei aber mehr öffentliches Geld für U-Bahnen, Trams

und Busse notwendig. Dabei sind viele U-Bahn- und Straßenbahnlinien

ohnehin in die Jahre gekommen. Vor dem Ausbau steht vielerorts die

Sanierung.

Fahrpreise sind gestiegen

Für die Fahrgäste ist es in diesem Jahr wieder teurer geworden. Die

Fahrpreise stiegen nach Verbandsangaben durchschnittlich um 1,75

Prozent. Ein Einzelfahrschein im Stadtverkehr koste durchschnittlich

2,70 Euro.

«Wir sind zwingend auf ausreichende Ticketeinnahmen angewiesen, wenn

wir die Leistungen von Bus und Bahn künftig weiter ausbauen wollen,

um noch mehr Fahrgäste zu befördern», sagte Wortmann. «Ideen wie ein

steuerfinanziertes 365-Euro-Ticket halten wir zum jetzigen Zeitpunkt

für verfehlt.»

Fotocredits: Lucas Bäuml
(dpa)

(dpa)

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