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Finanzen

Steuern sparen zum Jahresende: Was Sie jetzt noch erledigen sollten

In den letzten Wochen des Jahres lassen sich noch wichtige steuerliche Weichen stellen. Dieser Überblick zeigt, welche Fristen gelten und wann es sich lohnt, Ausgaben gezielt zu planen.

Die Steuererklärung für das laufende Jahr steht zwar erst in einigen Monaten an, viele Beträge darin werden aber schon jetzt festgelegt. Sobald der 31. Dezember vorbei ist, lässt sich kaum noch etwas ändern. Ein kurzer Kassensturz im Spätherbst kann sich deshalb lohnen. Mit den folgenden Schritten behalten Sie Fristen im Blick und können prüfen, welche Möglichkeiten für Sie infrage kommen.

Erst den Überblick verschaffen

Legen Sie sich für den Jahresendcheck die wichtigsten Unterlagen zurecht. Dazu gehören Rechnungen, Kontoauszüge, Spendenbelege, Nachweise über berufliche Ausgaben und die Steuerbescheinigungen Ihrer Banken, soweit sie bereits vorliegen. Sinnvoll ist auch ein Blick in den letzten Steuerbescheid. Er zeigt, welche Kosten das Finanzamt zuletzt anerkannt hat und wo Sie möglicherweise unter einer Pauschale oder Grenze geblieben sind.

AufgabeWichtiger Termin
Steuerklassenwechsel für das laufende Jahr beantragenin der Regel bis 30. November
Verlustbescheinigung bei der Bank beantragenin der Regel bis 15. Dezember
Absetzbare Ausgaben für das laufende Jahr bezahlenbis 31. Dezember
Freistellungsaufträge für das neue Jahr anpassenmöglichst vor dem Jahreswechsel

Steuerklasse: Mehr Netto heißt nicht weniger Steuer

Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner kann ein Wechsel der Steuerklassen sinnvoll sein, etwa nach einer Gehaltsänderung oder wenn eine Person ihre Arbeitszeit verändert hat. Die Steuerklasse beeinflusst vor allem, wie viel Lohnsteuer monatlich einbehalten wird. Die endgültige Jahressteuer ergibt sich dagegen meist erst aus der gemeinsamen Veranlagung. Ein Wechsel verschafft Ihnen also vor allem früher mehr Liquidität, senkt die Steuer aber nicht automatisch.

Bedenken Sie auch die Nebenwirkungen: Die Steuerklasse kann sich auf Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Elterngeld auswirken. Lassen Sie sich vor einem Wechsel beraten, wenn eine solche Leistung absehbar ist.

Ausgaben gezielt in ein Jahr legen

Bei vielen Kosten zählt für Arbeitnehmer und Privatpersonen grundsätzlich das Jahr, in dem das Geld tatsächlich abfließt. Daraus ergibt sich ein einfacher Spielraum: Wer eine Rechnung noch im Dezember begleicht, kann sie meist für das laufende Jahr ansetzen. Wer erst im Januar zahlt, ordnet sie in der Regel dem neuen Jahr zu. Besonders interessant ist das in diesen Bereichen:

  • Berufliche Ausgaben: Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird automatisch berücksichtigt. Einzelne Kosten wirken sich daher erst aus, wenn sie insgesamt darüber liegen. Liegen Sie knapp darunter oder darüber, kann es helfen, geplante Anschaffungen wie Fachliteratur oder Arbeitsmittel bewusst in einem Jahr zu bündeln.
  • Leistungen rund um den Haushalt: Für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen gibt es jeweils Höchstgrenzen. Haben Sie eine Grenze in diesem Jahr bereits erreicht, kann sich die Zahlung weiterer Rechnungen im Januar lohnen. Begünstigt sind im Allgemeinen nur Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material. Lassen Sie diese Posten auf der Rechnung getrennt ausweisen und zahlen Sie unbar, denn Barzahlungen erkennt das Finanzamt hier nicht an.
  • Krankheitskosten: Selbst getragene Kosten wirken sich erst aus, wenn sie die zumutbare Belastung übersteigen. Diese hängt unter anderem von Einkommen, Familienstand und Kinderzahl aus. Lässt sich eine ohnehin geplante, nicht dringende Ausgabe verschieben oder vorziehen, kann die Bündelung in einem Jahr steuerlich helfen. Medizinische Entscheidungen sollten sich aber nie nach der Steuer richten.
  • Spenden: Auch hier zählt in der Regel das Zahlungsjahr. Überweisen Sie rechtzeitig vor dem Jahreswechsel und bewahren Sie den passenden Nachweis auf.

Kapitalerträge: Den Freibetrag richtig verteilen

Wer Zinsen, Dividenden oder Fondserträge erhält, kann diese bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags steuerfrei stellen. Dafür erteilen Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag. Bei mehreren Konten oder Depots müssen Sie den Betrag selbst aufteilen, und die Summe aller Aufträge darf den Pauschbetrag nicht überschreiten. Das ist besonders wichtig, wenn sich Ihre Erträge verschoben haben, etwa durch ein neues Tagesgeldkonto oder einen Bankwechsel.

Orientieren Sie sich an den Erträgen, die Sie je Institut erwarten, und verschieben Sie ungenutzte Beträge dorthin, wo sie gebraucht werden. Haben Sie dennoch zu viel Steuer gezahlt, weil der Freibetrag ungünstig verteilt war, können Sie das über die Steuererklärung korrigieren.

Depots bei mehreren Banken: Verluste nicht verschenken

Banken verrechnen Gewinne und Verluste nur innerhalb des eigenen Hauses. Machen Sie bei der einen Bank Gewinn und bei der anderen Verlust, geschieht der Ausgleich nicht von selbst. Um die Verluste in der Steuererklärung geltend zu machen, brauchen Sie eine Bescheinigung der Bank, bei der sie entstanden sind. Der Antrag muss dort in der Regel bis zum 15. Dezember vorliegen.

Warten Sie damit möglichst nicht bis zum letzten Tag. Ohne Bescheinigung trägt die Bank die Verluste ins nächste Jahr vor und verrechnet sie dort mit künftigen Gewinnen im selben Depot. Das ist nicht unbedingt nachteilig, wenn Sie dort mit Erträgen rechnen. Wichtig ist nur, dass Sie sich bewusst entscheiden. Beachten Sie außerdem, dass für bestimmte Verlustarten besondere Verrechnungsregeln gelten.

Häufige Fragen

Muss ich alle Belege an das Finanzamt schicken?

In der Regel nicht. Viele Nachweise müssen Sie nur aufbewahren und auf Nachfrage vorlegen. Heben Sie die Unterlagen deshalb geordnet auf.

Zählt bei einer Überweisung im Dezember das Rechnungsdatum?

Grundsätzlich kommt es nicht auf das Rechnungsdatum an, sondern auf den Zahlungszeitpunkt. Für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen rund um den Jahreswechsel gelten allerdings Sonderregeln.

Lohnt sich das Vorziehen von Ausgaben immer?

Nein. Geben Sie kein Geld nur wegen der Steuer aus, denn erstattet wird immer nur ein Teil der Kosten. Sinnvoll ist die Planung vor allem bei Ausgaben, die ohnehin anstehen.

Wann sollte ich mir Hilfe holen?

Bei Vermietung, Selbstständigkeit, größeren Depots oder einer veränderten Familiensituation kann Unterstützung sinnvoll sein. Je nach Fall kommen ein Lohnsteuerhilfeverein oder eine Steuerberatung infrage.