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Indonesien: Schwarzfahrern droht Tod durch Betonkugel

18. Januar 2012 • Panorama

Eine indonesische Eisenbahngesellschaft entledigt sich Schwarzfahrern auf den Dächern der Züge, indem sie Betonkugeln entlang der Linie aufhängt. Menschenrechtler befürchten das Schlimmste.

Die indonesische Eisenbahngesellschaft hatte schon diverse Versuche unternommen, um Schwarzfahrern auf den Dächern der Züge, sogenannte Zug- Surfer, das Fürchten zu lehren. So wurde z.B. Stacheldraht installiert oder das Zugdach mit rutschige Materialien ausgelegt; bisher war alles erfolglos.

Die Betonkugeln rammen Schwarzfahrer auf dem Dach

Die Kugeln hängen an Gerüsten, die an mehreren Stellen der Eisenbahnlinie montiert worden sind und das Dach der Bahn fast berühren.

Die ersten Abwehrmaßnahmen gegen die Zug-Surfer sind am Dienstag auf der Linie von der Hauptstadt Jakarta in den Vorort Bekasi aufgebaut und unter einem großen Aufwand publik gemacht worden.

Bereits am Mittwoch, so ein Sprecher des Unternehmens PT Kereta Api, sei kein einziger Zug-Surfer mehr auf den Dächern entdeckt worden.

Menschenrechtler sind entsetzt

Während das Unternehmen jubelt, dass es endlich eine Methode gefunden hat, sich gegen die Schwarzfahrer zu wehren, kritisieren Menschenrechtler und Aktivisten die Maßnahme aufs Äußerste. Viele Menschen, vor allem Schüler, verbringen häufig die Fahrt auf dem Dach, weil sie sich ein Ticket nicht leisten können oder die Wagen bereits überfüllt sind. Nun müssten die Schüler auf den Zugdächern damit rechnen, dass sie von Betonkugeln umgebracht würden, argumentierte der Sprecher der nationalen Menschenrechtskommission, Yosef Adi Prasetyo, damit würde ihr Recht auf einen sicheren Schulweg verletzt.

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