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Im maroden Atommülllager Asse droht ein Streik die geplante Rückholung zu stoppen

6. Januar 2012 • Politik

Schon vor zwei Jahren wurde beschlossen das marode Atommülllager Asse II in Remlingen (Kreis Wolfenbüttel) zu räumen. Doch noch ist das nicht geschehen. Nun sieht es so aus als würde ein Streik die Pläne der Regierung weiter verzögern.

Die derzeit laufenden Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft IG BCE und der Asse GmbH stehen momentan auf der Kippe.

Erst am Dienstag mahnten Bürgerinitiativen und Umweltverbände, dass das Atommülllager Asse dringend geräumt werden müsse. Ein Versäumnis könne zur Katastrophe führen. Heike Wiegel, vom Koordinationskreis Asse II, sagte die Mitarbeiter in den Ministerien, die Behörden und die politischen Vertreter seien verantwortlich für diese potentielle Katastrophe und müssten sich später vorwerfen nicht rechtzeitig gehandelt zu haben.

Asse II ist eine Zeitbombe

Das Atommülllager Asse besteht aus unterirdischen Stollen, die in bis zu 1000 Metern Tiefe in ein stillgelegtes Salzbergwerk getrieben sind. Über 126.000 Fässer mit zumeist radioaktivem Müll lagern in ca. 700m Tiefe. Die Stabilität des Bergwerks ist jedoch nicht mehr gewährleistet. Seit Jahrzehnten dringen täglich 12.000 Wasser in die Stollen, meldet das ZDF. Dadurch ist auch die Haltbarkeit der Fässer, die mit radioaktivem Müll gefüllt sind, stark eingeschränkt.

Am Dienstag sagte Werner Nording vom Bundesamt für Strahlenschutz dem ZDF: „Die Schutzziele sind nur dadurch zu gewährleisten, dass wir die Abfälle zurückholen. Ob der Berg uns dazu allerdings die Zeit lässt, ist zurzeit offen.“

Streik würde Räumung weiter verzögern

Im Falle eines Streiks würden nicht nur die Vorbereitung und Stabilisierung der geplanten Rückholung in der Asse stocken, sondern auch Anträge und Genehmigungen nicht mehr bearbeitet werden. Bei den derzeit laufenden Tarifverhandlungen zwischen der IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) und der Asse GmbH, der Betreibergesellschaft des Endlagers gibt es noch keinen Konsens. Sollte die nächste und letzte Verhandlungsrunde am 10. Januar fehlschlagen, „wird es auf einen Streik hinauslaufen“, sagte IG BCE-Verhandlungsführer Nils Hindersmann der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ am Freitag.

Forderungen der Gewerkschaft IG BCE

Die Gewerkschafter fordern eine Angleichung der Asse-Löhne an das Tarifniveau der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern (DBE), bei der die Bergleute der geplanten Atommülllager Gorleben, Morsleben (Sachsen-Anhalt) und Schacht Konrad (Salzgitter) angestellt sind.

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