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Facebook: „Chronik“ wird zur Pflicht

25. Januar 2012 • Kultur & Medienwelt

Die gut 20 Millionen deutschen Nutzer der Social-Media Plattform Facebook haben keine Wahl mehr. Das Netzwerk macht seinen interaktiven Lebenslauf „Chronik“ zur Pflicht. Alle klassischen Profile werden nach und nach umgestellt. Nutzer haben dann sieben Tage Zeit ihr Profil anzupassen bevor die Daten für ihre Kontakte sichtbar werden.Am Mittwoch bestätigte eine Sprecherin für den Facebook-Konzern in Hamburg, dass in den nächsten Wochen alle klassischen Profile mit der neuen Darstellung ersetzt werden. Als die „Chronik“ oder „Timeline“ im Dezember als Profiloption an den Start ging, konnten Nutzer erstmals ihr Profil freiwillig anpassen. Doch nun soll „Chronik“ zur einzig möglichen Darstellungsform werden.

Neues Design gefällt – ansonsten viel Kritik für „Chronik“

Vielen Nutzern gefällt das neue Design. Ein großes Foto, oben am Profilrand, ist eine der besten Neuerungen die „Chronik“ mit sich bringt. Dennoch ist die neue Darstellung des Nutzerprofils, vor allem von Datenschützern, heftig kritisiert worden. Das neue Profil erlaubt dem Benutzer und den von ihm gewählten Kontakten Einträge auch über Jahre zurück abzurufen – und dabei gezielt in Jahren oder auch Monaten nachschlagen. Wird diese Möglichkeit vom Nutzer nicht abgestellt, wird unter anderem auch sichtbar, wann er sich mit anderen Nutzern via Facebook „befreundet“ hat. Außerdem kann Facebook so Daten seiner Nutzer aus ihrem gesamten Leben sammeln, auch aus Zeiten bevor sie sich bei dem sozialen Netzwerk angemeldet haben.

Genau überlegen was man auf Facebook „öffentlich“ macht

Auch vor dieser Neuerung musste sich jeder Nutzer genau überlegen, was er oder sie auf Facebook preisgibt. Sind Profile öffentlich zugänglich kann es auch schon einmal passieren, dass ein potenzieller Arbeitgeber sich das Profil eines Bewerbers ansieht. Doch durch die Einführung der „Chronik“ ist der Schutz der Privatsphäre noch wichtiger. Da die Daten auch aus der Vergangenheit leichter zugänglich werden. Die „Timeline“ beginnt mit der Geburt und zeigt dann jedes Ereignis, welches der Nutzer in seinem digitalen Lebenslauf einfügt.

Gewöhnungsbedürftig? – Nutzer erhält sieben Tage

Wie bei jeder Umstellung die Facebook seinen gut 800 Millionen Nutzern weltweit, mehr oder weniger, aufzwingt, wird es auch bei der „Chronik“ einige Zeit dauern bis sie allgemein akzeptiert ist. Ab der Umstellung hat jeder Nutzer sieben Tage Zeit sein Profil der neuen Darstellungsform anzupassen. Die deutsche Facebook-Sprecherin Tina Kulow betonte, „jede und jeder hat sieben Tage, um sich mit der Chronik hoffentlich anzufreunden“.

Einträge müssen nicht in der „Chronik“ erscheinen

Nutzer können Einträge in ihrem Profil bewusst verbergen und haben auch nachträglich die Option, Elemente in der „Chronik“ auszublenden. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar betonte Facebook-Mitglieder stünden nun „noch stärker in die Pflicht, alle veröffentlichten Daten, vor allem auch längst vergessene Einträge aus der Vergangenheit, aktiv zu kontrollieren und das eigene Profil regelmäßig aufzuräumen“.

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