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Ostereier natürlich färben: So werden Küchenzutaten zu schönen Farben

Rotkohl, Kurkuma und Zwiebelschalen ersetzen die Farbtablette aus dem Supermarkt. Hier erfahren Sie, welche Zutat welchen Ton ergibt, wie das Färben Schritt für Schritt gelingt und wie die Eier appetitlich bleiben.

Schale mit natürlich gefärbten Ostereiern auf der Küchenarbeitsplatte, dahinter Zwiebelschalen

Für bunte Ostereier müssen Sie nicht unbedingt Färbesets kaufen. Ein Blick in Vorratsschrank und Gemüsefach reicht oft aus: Viele Zutaten, die in der Küche ohnehin Spuren auf Schneidebrett und Schürze hinterlassen, geben ihre Farbe auch an die Eierschale ab. Das Ergebnis ist meist sanfter als bei gekauften Farben und fällt jedes Mal ein wenig anders aus. Gerade das macht den Reiz aus, denn jedes Ei wird ein Einzelstück. Mit etwas Vorbereitung gelingt das Färben auch beim ersten Versuch.

Das brauchen Sie zum Färben

Die Ausstattung ist überschaubar, und das meiste davon haben Sie vermutlich schon zu Hause:

  • Eier: Weiße Schalen zeigen die Farbe am klarsten. Braune Eier ergeben dunklere, erdige Töne.
  • Farbgeber: Gemüse, Gewürze, Tee oder Beeren, siehe Tabelle.
  • Haushaltsessig: Ein Schuss in der Färbebrühe hilft der Farbe, besser an der Schale zu haften.
  • Töpfe und Gefäße: Verwenden Sie möglichst ältere Töpfe und für jede Farbe ein eigenes Glas oder eine eigene Schüssel.
  • Schutz: Einweghandschuhe, eine alte Tischdecke oder Zeitung sowie Küchenpapier zum Abtupfen.

Welche Zutat ergibt welche Farbe?

Die folgende Übersicht dient als Orientierung. Der tatsächliche Ton hängt unter anderem von der Schale, der Menge der Zutat und der Färbedauer ab.

Gewünschter TonGeeignete ZutatenHinweis
GelbKurkumaFärbt zuverlässig und schon in kleiner Menge
Rosa bis PinkRote BeteAm besten frisch und gerieben oder den Saft verwenden
BlauRotkohlBraucht meist etwas länger, belohnt aber mit einem überraschend kräftigen Ton
BlauviolettHeidelbeeren, HolunderbeerenAuch Tiefkühlware eignet sich
HellgrünSpinat, BrennnesselnErgibt eher zarte Töne
Orange bis RotbraunGelbe oder rote ZwiebelschalenKlassiker mit viel Farbkraft; Schalen rechtzeitig sammeln
BraunKaffee, schwarzer TeeBesonders schön auf braunen Eiern

Schritt für Schritt zum gefärbten Ei

  1. Eier vorbereiten: Wischen Sie die Schalen mit etwas Essigwasser ab. So entfernen Sie Fettspuren, die sonst helle Flecken hinterlassen können.
  2. Färbebrühe ansetzen: Kochen Sie die Zutat in reichlich Wasser auf und lassen Sie sie köcheln, bis das Wasser deutlich gefärbt ist. Als Faustregel gilt: Je mehr Farbgeber im Topf landet, desto intensiver wird das Ergebnis.
  3. Abseihen: Gießen Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb und geben Sie einen Schuss Essig hinzu. Ohne Gemüsereste wird die Farbe gleichmäßiger.
  4. Färben: Sie können rohe Eier direkt in der Brühe garen. Für tiefere Töne legen Sie bereits gekochte Eier in die abgekühlte Flüssigkeit und stellen das Gefäß abgedeckt für mehrere Stunden kalt.
  5. Trocknen und polieren: Lassen Sie die Eier auf einem Gitter oder im Eierkarton trocknen. Ein Tropfen Speiseöl auf einem Küchentuch verleiht ihnen anschließend einen sanften Glanz.

Muster ohne großen Aufwand

Einfarbige Eier sind nur der Anfang. Schon mit wenigen Handgriffen entstehen Verzierungen, die auch ohne künstlerisches Talent gut aussehen:

  • Wachsmalstift: Malen Sie vor dem Färben Punkte, Linien oder Namen auf das gekochte Ei. An diesen Stellen bleibt die Schale hell.
  • Klebeformen: Kleine Sticker oder Streifen aus Malerkrepp werden vor dem Färben aufgeklebt und nach dem Trocknen vorsichtig abgezogen.
  • Farbverlauf: Tauchen Sie das Ei nur zur Hälfte ein oder heben Sie es nach und nach aus dem Glas. So entsteht ein Übergang von hell nach dunkel.
  • Zwei Farben nacheinander: Ein gelb gefärbtes Ei erhält im Bad mit Rotkohl einen grünlichen Schimmer. Probieren Sie solche Kombinationen am besten zunächst an einem einzelnen Ei aus.

Färben mit Kindern

Natürliche Farben eignen sich gut für die gemeinsame Osterbastelei, weil die Zutaten aus der Küche stammen. Kochen und Abseihen sollten trotzdem Erwachsene übernehmen. Kinder können die abgekühlten Gläser befüllen, Eier mit einem Löffel eintauchen oder sie vorher bemalen. Ziehen Sie ihnen alte Kleidung an, denn Rote Bete und Kurkuma lassen sich aus Textilien nur schwer entfernen. Wenn Sie vorab raten lassen, welche Farbe wohl entsteht, wird aus dem Basteln nebenbei ein kleines Küchenexperiment.

Damit die Eier genießbar bleiben

Wenn Sie die Eier essen möchten, sollten Sie auf ein paar Dinge achten. Verwenden Sie frische Eier mit unbeschädigter Schale und sortieren Sie Exemplare mit Rissen aus. Die Farbe kann durch feine Risse ins Eiweiß ziehen, und auch Keime gelangen so leichter hinein. Lagern Sie die Eier nach dem Färben im Kühlschrank und verzehren Sie sie innerhalb weniger Tage. Eier, die längere Zeit ungekühlt als Dekoration auf dem Tisch lagen, sollten Sie lieber nicht mehr essen.

Häufige Fragen

Warum ist mein Ei fleckig geworden?

Meist liegt es an Fettresten auf der Schale oder daran, dass sich die Eier im Gefäß berührt haben. Reinigen Sie die Eier vorher und wenden Sie sie während des Färbens gelegentlich.

Lässt sich die Färbebrühe mehrfach verwenden?

Ja, solange sie noch kräftig gefärbt ist, können Sie weitere Eier hineinlegen. Die Farbe wird jedoch mit der Zeit schwächer. Bewahren Sie Reste im Kühlschrank auf und verbrauchen Sie sie bald.

Schmecken die Eier nach der Zutat?

Bei unbeschädigter Schale ist das in der Regel kaum wahrnehmbar. Durch feine Risse können aber Farbe und Aroma ins Ei gelangen.

Kann ich auch ausgeblasene Eier färben?

Das ist möglich. Da sie im Wasser oben schwimmen, müssen Sie sie mit einem Löffel unter die Oberfläche drücken oder mit einem kleinen Gewicht beschweren. Lassen Sie die Flüssigkeit vorher abkühlen und gehen Sie behutsam vor, denn die leeren Schalen sind empfindlich.