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Bundespräsident Wulff schweigt trotz der neuen Vorwürfe weiter

3. Januar 2012 • Politik

Die öffentliche Kritik an Bundespräsident Christian Wulff wird immer lauter und immer verheerender. Noch am Montag waren nur vereinzelt Politiker bereit öffentlich Kritik an Christian Wulff zu üben. Doch nun scheint die Schonfrist vorbei. Wulff wird von allen Seiten attackiert, während immer mehr Details, über seine Versuche die Veröffentlichung seines Privatkredits zu stoppen, ans Licht geraten.

Am Montag erst wurde bekannt, dass Bundespräsident Christian Wulff dem Chefredakteur der „Bild“-Zeitung Kai Diekmann am Telefon gedroht haben soll, damit dieser die Veröffentlichung eines Artikels über Wulff stoppt.

Wulff versuchte auch bei „Welt am Sonntag“ zu intervenieren

Am heutigen Dienstag berichtet nun der „Spiegel“, dass Wulff auch bei der „Welt am Sonntag“ versucht hat einen Artikel zu verhindern. Angeblich habe das Bundespräsidialamt im Sommer 2011 massiv interveniert – nicht nur beim Chefredakteur, sondern auch an höchsten Verlagsstellen. Nach Informationen des „Spiegel“ ging es damals um einen Artikel über eine Halbschwester Wulffs.

Nur Schweigen aus dem Bundespräsidialamt

Statt zu diesen neuen Vorwürfe Stellung zu nehmen, schweigt Wulff. Es scheint als wäre dieses Schweigen das eigentliche Problem. Politiker aller Parteien verlangen nun eine Stellungnahme zu allen Vorwürfen. Die Rufe nach Aufklärung auch aus der Union werden lauter. FDP-Vize Holger Zastrow sagte dem „Spiegel“ mit einem Bundespräsidenten müsse generell respektvoll umgegangen werden. Wulff sei jetzt aber „in der Pflicht, das aufzuklären“. Zastrow fügte hinzu, dass die Vorwürfe gegen das Staatsoberhaupt nicht geeignet seien um von einem Gericht entschieden zu werden. Damit bezog er sich auf eine aktuelle Meldung wonach die Berliner Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen Wulff prüft.

Berliner Staatsanwaltschaft prüft Anzeige gegen Wulff

Bei dieser Anzeige geht es um den Anfangsverdacht der Nötigung im Zusammenhang mit seinem Anruf bei «Bild»-Chefredakteur Kai Diekmann. Die Berliner Behörde bestätigte entsprechende Zeitungsberichte.

Affären und Skandale

Trotz des seit Dezember voranschreitenden Skandals war man in der Öffentlichkeit bisher eher pfleglich mit Wulff umgegangen. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hatte sogar für sein Verbleiben im Präsidentenamt plädiert. Doch nun erklärt die politische Opposition die Schonfrist für beendet. Wulff hatte drei Wochen Zeit die Vorwürfe zu entkräften. Das sei ihm nicht gelungen, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann.

Der „Spiegel“ veröffentlichte heute sogar eine Chronologie von Wulffs Abstieg in den Affärensumpf.

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