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Brexit plus Corona: Britische Internate geraten doppelt unter Druck

26. März 2021 • Panorama

Noch vor nicht allzu langer Zeit schickten betuchte Eltern aus Deutschland und Europa ihren Nachwuchs auf die Insel, damit er in den dortigen Internaten auf Karrieren in der Industrie, der Wirtschaft oder der Politik vorbereitet wird.

Doch seit letztem Jahr ist alles anders – die traditionsreichen Eliteschmieden erleiden einen „Double Blow:“ Der Brexit und die Corona-Pandemie erschweren die Ein- und Ausreise, und ein normaler Unterricht vor Ort ist häufig nicht möglich.

Back to School: Es ist kompliziert

Allein schon die Anreise zur Privatschule ist steiniger geworden: Aufgrund des britischen Austritts aus der EU gibt es seit Januar 2021 eine Fülle von Neuregelungen, die Internatsschüler aus Europa bei der Einreise nach Großbritannien zu befolgen haben.

So müssen ab einem Aufenthaltszeitraum ab sechs Monaten Schülerinnen und Schüler im Alter von 4-17 Jahren ein sogenanntes Child Student Visa vorweisen und zusätzlich eine Gebühr für ihre Krankenversicherung beim National Health Service (NHS) bezahlen.

Studenten, die das 18. Lebensjahr erreicht haben und ebenfalls länger als sechs Monate auf der Insel sind, müssen ebenfalls ein Visum für ihren Lernaufenthalt beantragen.

Lediglich Schüler, die weniger als sechs Monate in Großbritannien bleiben, benötigen kein Visum. Allerdings müssen sie einen biometrischen Reisepass vorweisen und diverse Nachweise für die Einreise parat haben. Dazu gehören die Bestätigung der Privatschule beziehungsweise des Internats und der Nachweis einer privaten Krankenversicherung oder einer Kranken-Zusatzversicherung für das Ausland.

Internate reagieren mit kreativen Lösungen

Viele britische Internate reagieren ausgesprochen engagiert und einfallsreich, wenn es ums Home Studying in Zeiten der Pandemie geht. Das zeigt eine Betragsserie auf der Website der von Bülow Education, einer Internatsberatung. Die Lehrinstitute verschicken für Fächer wie „Design and Technology“ ganze Produktbausätze, bringen ihren Schülern Chemiethemen mithilfe von Backrezepten bei oder bannen Physik-Experimente für ihre Schüler auf Video.

Bei all dem gibt es nach wie vor eine feste Unterrichtsstruktur, die auch das Lernen ohne den ständigen Blick auf den Bildschirm beinhaltet. Dazu gehört das eigenständige Studium ebenso wie angeregte Gruppendiskussionen.

Dabei nutzen die Colleges die ganze Bandbreite an Tools, die es für die Interaktion im Netz gibt: Video- und Podcasts werden zusätzlich zum Live-Unterricht übers Netz produziert. Die Privatschulen nutzen alle Möglichkeiten, welche die moderne Konferenz-Software bietet – beispielsweise individuelle Lernbetreuung zwischen einzelnen Schülern und dem Lehrer in einem privaten Kanal bei Google Meets.

Langsame Wiedereröffnung von Schulen und Internaten

Als Großbritannien im letzten Jahr von der Corona-Pandemie hart getroffen wurde, schlossen zeitweise die Bildungseinrichtungen des Landes. In England sind sie seit dem 8. März wieder geöffnet. Allerdings gilt eine Maskenpflicht in den Klassenräumen und auf dem Schulgelände.

Schottland wird seine Schule nach Ostern wieder öffnen, ebenso wie die weiterführenden Schulen in Wales.

Bildnachweis: Pixabay, 2043055, Rico76000

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