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Brandanschlag in Winterbach: Anklage lautet auf versuchten Mord

16. Januar 2012 • Panorama

In dem Fall des Brandanschlags auf Migranten in Winterbach in Baden-Württemberg beginnt der Prozess. Vor dem Landgericht Stuttgart müssen sich ab Montag zwei Angeklagte wegen versuchten Mordes verantworten.
Seit Montag müssen sich die zwei 21 und 22 Jahre alten mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Stuttgart für den im April letzten Jahres verübten Brandanschlag verantworten. Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Die beiden jungen Männer sollen maßgeblich an dem Brandanschlag auf eine Gartenhütte, in der sich zu dem Zeitpunkt fünf Migranten befanden, beteiligt gewesen sein.

Tat hat rechtsradikalen Hintergrund

In der Nacht vom 9. auf dem 10. April feierten mehrere Dutzend Anhänger der rechten Szene auf einem Wiesengrundstück. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, befanden sich auf dem Nachbargrundstück neun junge Leute italienischer und türkischer Herkunft, die am Lagerfeuer saßen. Als die Rechtsradikalen Streit anfingen und handgreiflich wurden flohen fünf der Migranten in eine Holzhütte und verschanzten sich dort. Angeblich habe der jüngere der beiden Angeklagten die Hütte daraufhin mit einem brennenden Ast angezündet.

Holzhütte, die den Männern als Versteck diente brannte vollständig nieder

Die Männer die sich zu diesem Zeitpunkt in der Hütte befanden riefen die Polizei und trauten sich erst heraus als die Angreifer den Tatort verlassen hatten. Die Gartenhütte brannte vollständig nieder. Noch in der Nacht nahm die Polizei 14 Verdächtige vorläufig fest. Es laufen Ermittlungen gegen insgesamt 40 Personen.

Migranten entkamen mit Rauchvergiftungen

Die fünf Migranten, die sich vor den Rechtsradikalen in der Hütte verbarrikadiert hatten, kamen mit Rauchvergiftungen davon. Auch die Staatsanwaltschaft geht von einem ausländerfeindlichen Hintergrund der Tat aus. Der Anschlag in Winterbach, knapp 25 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Stuttgart, hatte eine Welle der Empörung ausgelöst. Eine Woche nach der Tat hatten dort 800 Menschen gegen Rechtsextremismus demonstriert.

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