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Anleger verzichten erstmals auf Rendite um deutsche Anleihen zu kaufen

9. Januar 2012 • Politik

Unter normalen Umständen sind Anleger hauptsächlich auf eine hohe Rendite aus. Aber was ist schon noch normal in den Euro-Staaten? Erstmals verzichteten Anleger sogar auf Rendite, um Deutschland kurzfristig Geld zu leihen.

Am Montag platzierte der Bund bei einer Versteigerung von Geldmarktpapieren 3,9 Milliarden Euro Sechsmonatspapiere zu einem Durchschnittszins von minus 0,01 Prozent.

Negative Rendite bei deutschen Sechsmonatspapieren

Bei diesen Geldmarktpapieren mit mit einer Laufzeit von sechs Monaten am Montag lag die durchschnittliche Rendite bei minus 0,0122 Prozent, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur mit. Einem Sprecher zufolge stellt es eine absolute Neuheit dar, dass Anleger bewusst Verluste machen: „Die Anleger bezahlen eine gewisse Prämie dafür, dass sie dem deutschen Staat Geld leihen“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Keine Probleme die Papiere loszuwerden

Trotz der schlechten Rendite für Anleger hatte der Bund keine Probleme die Geldmarktpapiere unterzubringen. Nach Angaben der zuständigen Deutschen Finanzagentur war das Angebot 1,8-fach überzeichnet, was darüber hinaus eine robuste Nachfrage bedeutet.

Schlechte Prognosen – Grund für hohe Nachfrage

Das Handelsblatt meldete heute, dass die negativen Erwartungen vieler Marktteilnehmer dafür verantworlich ist, dass der Staat trotz negativen Emissionsrenditen überhaupt noch Anleger anzieht. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Situation in der europäischen Schuldenkrise in den kommenden sechs Monaten weiter zuspitzt. Dies könnte weitere Investoren aus riskanten Anlagen in Bundesanleihen und die Börsenkurse der Papiere nach oben treiben.

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