
Deutschlands Justiz-Hilfe wenig erfolgreich
Quelle: ddp / Michael Kappeler
Im öffentlichen Justizwesen komme es nach Experteneinschätzungen häufig zu Willkür und Diskriminierung, ausserdem seien die meisten Gerichtsprozesse fern von rechtsstaatlichen Standards: Geständnisse unter Folter, keine Verteidung, kein Zugang zu Rechtsanwälten. Die Angeklagten würden laut des Berichts in vierminütigen Gerichtsverfahren abgefertigt. Ausserdem würden des Max-Planck-Institutes zufolge in 80 Prozent der Fälle gar keine gerichtliche Verhandlung stattfinden.
Kritik von Polizeigewerkschaft
Konrad Freiberg, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), warf der Bundesregierung eine falsche Schwerpunktsetzung vor und machte sie deshalb für die schlechte Situation des afghanischen Justizwesens mitverantwortlich. Der Aufbau eines Rechtswesens sei unmöglich, wenn die deutsche Regierung nur elf Richter und 40 Polizisten entsende - doch aus diesen Fehlern könnte man nun lernen und die richtigen Konsequenzen ziehen.
(hkn / ddp)

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