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Wohnmobil mieten als Anfänger: So gelingt die erste Tour

Vom passenden Fahrzeug über den Mietvertrag bis zum ersten Rangieren: Mit etwas Vorbereitung wird die Premiere im gemieteten Wohnmobil deutlich entspannter.

Weißes Wohnmobil auf einem Campingplatz am See, davor Campingstühle, in der Abenddämmerung

Morgens am See aufwachen, abends schon an der Küste sein: Diese Freiheit reizt viele Menschen am Reisen mit dem Wohnmobil. Vor dem Kauf eines eigenen Fahrzeugs ist die Miete eine gute Gelegenheit, diese Urlaubsform auszuprobieren. Damit aus der Premiere keine Stressprobe wird, sollten Sie aber einiges beachten. Dieser Ratgeber führt Sie von der Auswahl bis zur Rückgabe durch die wichtigsten Punkte.

Welches Fahrzeug passt zu Ihrer Reise?

Überlegen Sie vor dem Vergleich der Angebote, wie Sie unterwegs sein möchten. Die Fahrzeugtypen unterscheiden sich vor allem bei Platz, Komfort und Handhabung:

FahrzeugtypStärkenZu bedenken
CampervanKompakt, fährt sich fast wie ein Transporter, passt eher in enge StraßenWenig Stauraum, oft schmales Bad
Teilintegriertes WohnmobilGuter Kompromiss aus Wohnraum und FahrzeuggrößeDeutlich breiter und höher als ein Pkw
AlkovenViele Schlafplätze, beliebt bei FamilienGroße Höhe, spürbar anfällig für Seitenwind
Vollintegriertes WohnmobilViel Komfort und ein großzügiges RaumgefühlFür Einsteiger oft anspruchsvoller und meist teurer

Für die erste Reise gilt meist: Wählen Sie lieber eine Nummer kleiner, solange alle Mitreisenden bequem schlafen können. Achten Sie außerdem darauf, dass es für jede Person einen zugelassenen Sitzplatz mit Gurt gibt. Schlafplätze und Sitzplätze sind nicht immer gleich viele.

Führerschein und Mietvertrag prüfen

Entscheidend für den Führerschein ist die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeugs. Mit Klasse B dürfen Sie Wohnmobile bis 3,5 Tonnen fahren. Schwerere Modelle erfordern eine passende Fahrerlaubnis, die ältere Führerscheine unter Umständen bereits einschließen. Klären Sie das im Zweifel vor der Buchung.

Lesen Sie danach die Mietbedingungen genau, denn sie unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Diese Punkte sind besonders wichtig:

  • Voraussetzungen für Fahrer: Viele Vermieter schreiben ein Mindestalter und einen Mindestbesitz des Führerscheins vor.
  • Versicherung: Wie hoch ist die Selbstbeteiligung? Sind Schäden an Dach und Aufbau mitversichert?
  • Kaution: Wie hoch ist sie, wie wird sie hinterlegt und wann erhalten Sie sie zurück?
  • Kilometer: Sind genügend Freikilometer enthalten, oder lohnt sich ein größeres Paket?
  • Zusatzkosten: Prüfen Sie Endreinigung, Campingmöbel, Bettwäsche, Küchenausstattung und die Gebühr für zusätzliche Fahrer.
  • Reiseziele: Manche Länder sind ausgeschlossen oder müssen vorab angemeldet werden.

Die Übergabe nicht unter Zeitdruck erledigen

Bei der Abholung erhalten Sie viele Informationen auf einmal. Planen Sie dafür großzügig Zeit ein und legen Sie die Abfahrt nicht zu knapp. Lassen Sie sich alle wichtigen Funktionen zeigen und probieren Sie sie möglichst selbst aus:

  • Gasflaschen wechseln und die Gasversorgung sicher öffnen und schließen
  • Heizung, Kühlschrank und Warmwasser bedienen
  • Frischwasser auffüllen sowie Abwasser und Toilettenkassette entleeren
  • Landstrom anschließen und den Ladestand der Bordbatterie ablesen
  • Markise, Stützen und Dachluken bedienen und vor der Fahrt sichern

Fotografieren oder filmen Sie die wichtigsten Handgriffe, damit Sie unterwegs darauf zurückgreifen können. Gehen Sie zudem mit dem Mitarbeiter einmal um das Fahrzeug und prüfen Sie auch Dach, Stoßfänger und Innenraum, soweit das möglich ist. Jeder Kratzer gehört ins Protokoll. Eigene Fotos mit Datum können bei der Rückgabe zusätzlich helfen.

Richtig beladen: Gewicht wird schnell zum Problem

Die verfügbare Zuladung ist oft geringer, als Einsteiger vermuten. Mitreisende, Wasser, Gas, Vorräte, Fahrräder und Campingmöbel summieren sich schnell. Fragen Sie deshalb bei der Übergabe nach dem tatsächlichen Spielraum. Wer unsicher ist, kann das beladene Fahrzeug an einer öffentlichen Waage kontrollieren. Eine Überladung kann teuer werden und verschlechtert das Fahrverhalten.

Verstauen Sie Getränke, Dosen und Werkzeug möglichst tief im Fahrzeug. In die Oberschränke gehören Kleidung, Handtücher und andere leichte Dinge. Sichern Sie lose Gegenstände und schließen Sie vor jeder Abfahrt Türen, Schubladen und Fenster. Ein mit wenig Wasser gefüllter Tank spart zusätzlich Gewicht, wenn Ihr nächstes Ziel eine Versorgungsmöglichkeit bietet.

Die ersten Kilometer gelassen angehen

Üben Sie möglichst auf einem leeren Parkplatz, bevor Sie in den Verkehr fahren. Dort lernen Sie das Fahrzeug in Ruhe kennen und können das Einparken testen. Unterwegs sollten Sie sich auf diese Unterschiede zum Pkw einstellen:

  • Höhe: Notieren Sie die Fahrzeughöhe gut sichtbar im Cockpit und achten Sie auf Brücken, Tiefgaragen und Äste.
  • Hecküberhang: Beim Abbiegen schwenkt das Heck aus und kann Pfosten oder Mauern treffen.
  • Bremsweg: Durch das höhere Gewicht braucht das Fahrzeug mehr Strecke zum Anhalten.
  • Wind: Die große Seitenfläche macht sich auf Brücken und beim Überholen von Lastwagen bemerkbar.
  • Rangieren: Lassen Sie sich von einer Person einweisen, die außerhalb des Fahrzeugs steht und für Sie gut sichtbar ist.

Planen Sie außerdem kürzere Tagesetappen als mit dem Pkw. Ein ruhiges Tempo schont die Nerven und senkt in der Regel auch den Verbrauch.

Stellplätze und Rückgabe mitdenken

Reservieren Sie in der Hauptsaison und an Feiertagen frühzeitig, besonders an beliebten Zielen. Für den ersten Urlaub ist ein Campingplatz mit Strom, Wasser und Entsorgung oft die bequemste Wahl. Entleeren Sie Abwasser und Toilette ausschließlich an dafür vorgesehenen Stationen. Prüfen Sie vor der Rückgabe im Mietvertrag, in welchem Zustand Tanks und Innenraum sein sollen, damit keine vermeidbaren Gebühren entstehen.

Häufige Fragen

Reicht ein Pkw-Führerschein für ein Wohnmobil?

Mit Klasse B dürfen Sie Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse fahren. Für schwerere Wohnmobile benötigen Sie eine entsprechende Fahrerlaubnis.

Wann sollte ich ein Wohnmobil buchen?

Für Ferienzeiten empfiehlt sich eine frühe Buchung, weil die Auswahl dann schnell kleiner wird. Außerhalb der Hauptsaison sind Sie meist flexibler und zahlen oft weniger.

Darf ich mit dem Wohnmobil überall übernachten?

Nein. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land, Region und Gemeinde. Informieren Sie sich vorab und nutzen Sie im Zweifel ausgewiesene Stell- oder Campingplätze.

Was mache ich bei einem Schaden unterwegs?

Sichern Sie zuerst die Unfallstelle und kümmern Sie sich um Verletzte. Melden Sie den Schaden danach umgehend dem Vermieter und dokumentieren Sie ihn. Je nach Situation sollten Sie auch die Polizei verständigen.