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Der Raps: Nutzpflanze mit Signaleffekt

Der Raps: Nutzpflanze mit Signaleffekt

10. September 2018 • Panorama

Jedes Jahr wird im August und September der Raps ausgesät, und im darauffolgenden Mai fallen die gelb leuchtenden Rapsfelder positiv ins Auge. Vier Wochen dauert die Blütezeit dieser beliebten Nutzpflanze an.

Pflanze aus der Gattung der Kreuzblütler

Raps ist nicht nur als schönes Fotomotiv beliebt, sondern ist ein wichtiger Grundstoff für Nahrungsmittel und andere industrielle Produkte. Die Pflanze gehört zur Gattung der Kreuzblütler – ihr Blütenblätter sind kreuzartig angeordnet und nicht zusammengewachsen. Zu den Kreuzblütlern gehören auch Kresse, Radieschen und Broccoli.

Raps zählt in Deutschland zu den beliebtesten Anbaupflanzen: In keinem anderen europäischen Land wird so viel Raps angebaut wie in der Bundesrepublik. Ungefähr zwölf Prozent der gesamten Ackerfläche des Landes blüht im Frühling gelb. Angebaut wird Raps in Deutschland bereits seit 700 Jahren, seine Wurzeln hat er in Asien und den Mittelmeerländern, wo er schon seit 4.000 Jahren bekannt ist und angebaut wird.

Rapsanbau im August

Der Raps, der im April und Mai blüht, ist sogenannter Winterraps. Er wurde im August des Vorjahres ausgesät. Bei der Aussaat kommt es besonders auf einen trockenen Boden und eine ausreichende Saattiefe an, um eine optimale Ernte zu gewährleisten. Um den Winter zu überstehen, stellen die kleinen Rapspflanzen nach einer kurzen Wachstumsphase das Weiterwachsen ein und legen ihre Blätter als Kälteschutz auf den Boden. Wird es im Februar und März dann wieder frühlingshafter, setzen sie ihr Wachstum fort.

Beim Anbau setzen die Landwirte zunehmend auf Rapssorten, die die Ertragssicherheit selbst unter kritischen Bedingungen ermöglichen, wie etwa das sogenannte Clearfield System des Herstellers DEKALB. Es ist eine Kombination aus einem Herbizid und einer bestimmten Rapssorte, die zu einer erhöhten Ertragssicherheit selbst unter schwierigen Anbaubedingungen führt.

Die Verwendung von Raps

Aus Raps wird Rapsöl hergestellt, das besonders gesund ist. Das Öl wird deshalb gern zum Anbraten von Fleisch oder als Dressing verwendet, oder aber zur Produktion von Margarine. Weiterhin findet das Öl aus der Nutzpflanze in Kosmetika Verwendung. Der Rapskuchen, der als Restprodukt der Ölherstellung entsteht, wird oft als Tierfutter genutzt.

Zu den weiteren Vorzügen des Rapsanbaus gehört, dass er Vorteile für die Feldfrüchte hat, die nach ihm auf dem betreffenden Feld angebaut werden: So werden bis zu zehn Prozent höhere Weizenerträge erzielt, bei geringerem Düngeraufwand. Zudem ist Raps ein idealer Rohstoff für die Erzeugung von Bio-Kraftstoffen.

Auch bestimmte PKW werden mit Diesel betrieben, denen Rapsöl beigemischt wurde. Dieser sogenannte Biodiesel wird seit 2004 von den Mineralölkonzernen produziert. Er wird herkömmlichem Diesel mit bis zu fünf Prozent beigemischt, ohne das der Fahrzeughalter besondere technische Voraussetzungen zu beachten hat.

Seitdem gibt es immer mehr Nutzfahrzeuge, die für Biodiesel freigegeben worden sind. Viele dieser Busse, LKW und mobilen Maschinen fahren mittlerweile mit höheren Beimischungen von Biodiesel von bis zu 30 Prozent.

Ölgewinnung aus den Schoten

Das Öl selbst wird aus den Schoten gewonnen. Sie bilden sich, wenn Ende Mai die Rapsblüten verblüht sind. In jeder Schote liegen etwa 15 bis 18 runde, schwarze Samenkörner. Sie bestehen fast zur Hälfte aus dem wertvollen Rapsöl. Die Körner werden in Mühlen gemahlen, um das Öl aus ihnen zu gewinnen. Nach einem Reinigungsprozess wird es dann zu den Endprodukten weiterverarbeitet.

Foto: Pixabay-2309181_hochdahler

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