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Buschbrände in Australien erreichen schockierendes Ausmaß

8. Januar 2020 • Reisen

Canberra – Australien kommt nicht zur Ruhe: Die Zahl der Toten in den Feuergebieten steigt, die Schäden sind verheerend. Auch der Tourismus leidet unter den Buschbränden, die seit Monaten toben.

Australiens Premierminister Scott Morrison nannte den Zustand bei einem Besuch der Känguru-Insel dort und landesweit «schockierend und beängstigend». Allein die Schäden für die Tierwelt sind immens: Nach Angaben von Naturschützern könnten auf der Urlaubsinsel im Süden des Landes 25.000 Koalas, die Hälfte der dortigen Population, umgekommen sein.

Etwas Regen und Temperaturen um 23 Grad bescherten den Feuerwehrleuten im Südosten des Landes eine kleine Atempause. Der Kampf gegen die Flammen ist lange nicht vorbei: Im besonders betroffenen Bundesstaat New South Wales tobten am Mittwoch noch weit mehr als 100 Feuer.

Schlechte Luft in Sydney

In der Küstenmetropole Sydney umhüllte Rauch die berühmte Oper. Die Luft war nach Angaben der Gesundheitsbehörden zum Teil gefährlich schlecht. In der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Canberra war es 34 Grad heiß. Die Menschen trugen nach wie vor Schutzmasken.

Ein weiteres Todesopfer wurde aus dem Bundesstaat Victoria gemeldet: Ein 43-Jähriger starb vergangene Woche bei einem Unfall im Brandeinsatz. Damit sind seit Beginn der großen Feuer im Oktober landesweit 26 Menschen ums Leben gekommen. Tausende Häuser wurden zerstört. Mehr als zehn Millionen Hektar brannten nieder, das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

Auch die Wirtschaft leidet, von den Farmern, die ihr Vieh verloren haben, bis zum Tourismus. Der Experte Terry Rawnsley rechnet insgesamt mit milliardenschweren Folgen. Der Wirtschaftswissenschaftler einer Denkfabrik in Melbourne sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Es sind Touristengegenden, die gebrannt haben.» Die Gemeinden sind demnach auf die Besucher angewiesen, die dort im jetzigen australischen Sommer Geld ausgeben.

Selbst wenn es keine große Zerstörung gibt, sinken die Einnahmen durch den Tourismus, so Rawnsley. Denn: Die Besucher neigen eher nicht dazu, gleich wieder in die von den Bränden betroffenen Gebiete zu reisen. Rawnsley würden sinkende Besucherzahlen nicht überraschen. Der echte Test kommt für ihn nächstes Jahr: Ob dann die Touristen wiederkommen.

Keine bessere Wetterlage erwartet

Freitag (10. Januar) könnte sich die Lage noch einmal zuspitzen: Dann werden in den Brandgebieten teilweise Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet, dazu könnte Wind die Feuer verschlimmern. Gute Nachrichten gab es auch: Das sogenannte Megafeuer bei Gospers Mountain im Nordwesten Sydneys könnte bis Freitag eingedämmt sein, schätzt der für Notfälle zuständige Minister von New South Wales, David Elliot.

Die Rauchfahne der Buschbrände erreichte sogar Chile und Argentinien. Der Rauch überquerte über 11.000 Kilometer den Pazifischen Ozean bis an die chilenische Küste. Der wolkenlose Himmel erschien in Zentral-Chile durch die Rauchpartikel ergraut. Auch in Argentinien war der Rauch vom südlichen Patagonien bis in die zentralen Provinzen Córdoba und Buenos Aires sichtbar, wie die argentinische Wetterwarte SNM berichtete.

Zuvor hatten auch die Menschen in Neuseeland, das 2000 Kilometer von Australien entfernt liegt, gesehen, welche Dimensionen die Brände haben. Der Himmel färbte sich gelb und orange. Auf den Schnee der Gletscher auf der Südinsel legte sich durch den Rauch ein gelblicher Film.

Die Welt nimmt weiter Anteil am Schicksal der Australier. Darunter sind auch viele prominente Stimmen. Prinz Charles drückte in einer Videobotschaft sein Mitgefühl aus, Elton John will eine Million Dollar spenden.

Fotocredits: Steven Saphore
(dpa)

(dpa)

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