Die Verteidigerin von Thomas Lubanga erklärte: "Unser Klient plädiert auf unschuldig", als das Gericht fragte, ob sich der frühere Milizenchef im Kongo dazu bekenne, Kinder als Soldaten eingesetzt zu haben.
Dem 48-Jährigen wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, 2002 und 2003 in der wegen ihrer Rohstoffe umkämpften Provinz Ituri im Nordosten des Kongos, Hunderte Kinder unter 15 Jahren als Soldaten rekrutiert und eingesetzt zu haben. Die Kinder wurden zum Morden gedrillt und sollen Massaker an Dorfbewohnern durchgeführt haben.
Eine Strafe von bis zu 30 Jahren Haft verlangt nun der Chefankläger Luis Moreno-Ocampo. In dem Ituri-Konflikt wurden nach Schätzungen zwischen 1999 und 2003 über 60.000 Menschen umgebracht. Hunderttausende wurden von rivalisierenden Milizen in die Flucht geschlagen.
Von Menschenrechtlern weltweit wurde die Eröffnung des ersten Prozesses vor dem "Weltstrafgericht" begrüsst. Sind die betroffenen Staaten selbst nicht in der Lage, die Täter in Fällen von Völkermord und anderen schwerwiegenden Kriegsverbrechen zu verfolgen, soll der Strafgerichtshof die Verbrechen ahnden.
(kgr / dpa)

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