Als strafmildernd werteten die Richter im Landgericht Erfurt das "glaubhafte Geständnis" des Angeklagten sowie seine krankhafte Spielsucht und die Bereitschaft zur Wiedergutmachung. Der MDR will die Affäre auch nach dem Urteil weiter intern aufarbeiten. Die fingierten Aufträge des 44-jährigen Angeklagten an eine Berliner Produktionsfirma hätten den Sender rund 4,62 Millionen Euro gekostet, von denen mehr als die Hälfte in seine eigenen Taschen gewandert sei. Der MDR bezifferte den Gesamtschaden infolge der Betrugsaffäre sogar auf 8,2 Millionen Euro, allerdings sei ein Teil der Ansprüche bereits verjährt.
Angeklagter ist spielsüchtig
Das Gericht urteilte ausserdem, der langjährige Betrug sei durch "eine Reihe begünstigender Faktoren" überhaupt erst ermöglicht worden. So sei das interne MDR-Kontrollsystem "ein Scherz" gewesen und zumindest fragwürdig, ob andere Mitarbeiter nicht doch etwas von den abgezweigten Geldern bemerkt hätten. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe zu Beginn des Prozesses Anfang Juni eingeräumt. Er begründete sein Verhalten mit seiner Spielsucht. Nach eigener Aussage hat er an manchen Abenden mehrere Zehntausend Euro verspielt. Die Verteidigung geht davon aus, dass der Mann binnen eines Jahres zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro an den Automaten liess. (jak / dapd)

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