"Noch nie habe ich in einem Flüchtlingscamp Menschen in einem so verzweifelten Zustand gesehen", sagte der Chef der Behörde, Antonio Guterres. Die Situation im dürregeplagten Krisenland Somalia ist nach Einschätzung des UN-Flüchtlingskommissariats die "schlimmste humanitäre Katastrophe" der Welt. Die Vereinten Nationen riefen die internationale Gemeinschaft zu "massiven Spenden" auf. Das Welternährungsprogramm schätzt, dass mindestens zehn Millionen Menschen in der Region Nahrungshilfe benötigen.
Das größte Flüchtlingscamp der Welt
Rund zwei Millionen Kinder leiden UNICEF-Angaben zufolge an Unterernährung. Die Vereinten Nationen verteilen unter anderem mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Lebensmittel. Der Chef des UN-Flüchtlingskommissariat, Antonio Guterres, befindet sich momentan auf einer Tour durch die am schlimmsten von der Dürre betroffenen Gebiete am Horn von Afrika. Er besuchte unter anderem das größte Flüchtlingscamp der Welt in Dadaab in Kenia. Es wurde eigentlich für 90.000 Menschen errichtet, beherbergt aber heute 380.000 Flüchtlingen.
Bürgerkrieg und Dürre lassen Tausende fliehen
"Ich habe eine Mutter gesehen, die auf dem Weg dorthin drei ihrer Kinder verloren hat", zitierte der arabische Sender Al-Dschasira Guterres. In dem Zentrum hätten "die Ärmsten der Armen und die Verwundbarsten der Verwundbaren" Zuflucht gesucht. Guterres wolle sobald wie möglich mit dem kenianischen Präsidenten Mwai Kibaki über die Öffnung eines weiteren Camps beraten, berichtete der britische Sender BBC. Somalische Bürger flüchten zu Tausenden vor der Dürre und dem Bürgerkrieg aus ihrem Heimatland. (jak / dpa)

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