Wie die Regierung am Freitag verkündete, ist das Ziel, die in Folge des Erdbebens und Tsunamis vom März schwer beschädigten Reaktoren bis zum Jahresende in einem sogenannten "cold shutdown" (Kaltabschaltung) unter Kontrolle zu bringen, nun erreicht worden.
Kritik von Umweltschützern
Nach Definition der Regierung und des Atombetreibers Tepco liegt eine Kaltabschaltung vor, wenn die Temperatur am Boden der Druckbehälter unter 100 Grad gehalten wird. Umweltschützer kritisieren dies als eine Irreführung der Bevölkerung. Sie werfen der Regierung vor, den Begriff der Kaltabschaltung falsch zu gebrauchen. Reinhard Uhrig, Atomexperte von Global 2000, erklärte: "Hier von Kaltabschaltung zu sprechen, grenzt an eine bewusste Lüge". Die geschmolzenen Brennelemente hätten sich durch den Boden der Reaktordruckbehälter durchgebrannt und lägen nun als Klumpen auf dem Boden der Umhüllung. Dort wiesen sie weiter Temperaturen von schätzungsweise 3.000 Grad auf. Von einem sicheren Zustand seien die Reaktoren noch weit entfernt.
Am 11. März war in dem Akw durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einem anschließenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 vollständig schmolzen. Die Reaktorkammern werden weiterhin mit Wasser besprüht, damit sie abkühlen. Der Betreiber Tepco richtete ein Zirkulationssystem ein, mit dessen Hilfe inzwischen eine stabile Kühlung der Reaktoren gewährleistet sein soll. Eines der größten Probleme stellt die Entsorgung des verseuchten Wassers dar.
(fhe / dpa)

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