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Timoschenko-Tochter setzt sich in Deutschland für inhaftierte Mutter ein

8. Mai 2012 • Politik

Jewgenija Timoschenko, die Tochter der in der Ukraine inhaftierten Ex-Regierungschefin, hat mit einem Deutschland-Besuch um Unterstützung für ihre Mutter geworben. Am Montag traf sie sich unter anderem mit Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Zu dem erhofften Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel kam es hingegen nicht. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, hätten sich Timoschenko und Merkel bereits im Herbst vergangenen Jahres getroffen.

Erste EM-Boykotts deutscher Politiker

Am Montagabend reiste Jewgenija Timoschenko von Berlin aus weiter nach Paderborn. Dort nahm sie, entgegen einiger Spekulationen, jedoch nicht am Wahlkampf-Auftritt Merkels teil. Die Tochter der inhaftierten Ex-Regierungschefin habe ihn im Zug nach Paderborn begleitet, um in Ruhe mit ihm sprechen zu können, sagte der CDU-Europapolitiker Elmar Brok der Nachrichtenagentur dpa. Nach der Ankunft in Paderborn sei sie nach Berlin zurückgekehrt.

Während sich Merkel bislang nicht eindeutig zu einem Boykott der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine äußerte, gab Entwicklungsminister Dirk Niebel bekannt, dass er der sportlichen Großveranstaltung fernbleiben werde. „Ich halte es für wichtig, das politische Signal zu setzen, dass man sich so der Europäischen Union nicht annähert“, sagte Niebel der Tageszeitung „Die Welt“.

Möglicher Behandlungsbeginn Timoschenkos am Dienstag

Die Behandlung der prominenten Politikerin könnte am Dienstag in einem Krankhaus im ukrainischen Charkow beginnen. Timoschenkos Verteidiger Alexander Plachotnjuk äußerte jedoch Bedenken, ob die Therapie bereits beginnen könne. Aufgrund ihres Hungerstreiks sei sie sehr geschwächt. „Ich denke, dass vor einer Behandlung ihr Organismus wieder hergestellt werden muss.“

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Hans-Gert Pöttering, gab zu bedenken, dass eine Behandlung in der Ukraine ohnehin nur ein erster Schritt sein könne. Bei Bedarf müsse Timoschenko nach Berlin verlegt werden, forderte der frühere Präsident des Europaparlaments: „Das bisherige Verhalten der ukrainischen Behörden ist durch nichts zu rechtfertigen.“

Bundestrainer Löw verurteilt Vorgehen der ukrainischen Regierung

Nur wenige Wochen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine kritisierte auch Bundestrainer Joachim Löw den wenig „humanitären Umgang mit Frau Timoschenko“. „Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass Menschenrechte eines unserer höchsten Güter sind», sagte Löw während der Präsentation des EM-Kaders am Montag. Einen sportlichen Boykott der Veranstaltung halte er allerdings nicht „nicht für sinnvoll“.

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