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Uwe Tellkamp – Der Turm

Der ehemalige Arzt Uwe Tellkamp legte seine Arbeit im Krankenhaus vor einigen Jahren nieder, um sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er das Buch „Der Eisvogel“ veröffentlicht, bei dem Kritiker zu komplementären Meinungen neigen.
Auch bei seinem neuen Roman „Der Turm“ neigt das Feuilleton dazu, völliger divergierender Auffassung zu sein.

In der Tat können sich die Geister leicht an den fast tausend Seiten starkes Werk scheiden. Tellkamp behandelt anhand dreier Charaktere und der Geschichte vieler hundert Figuren die Zeit von 1982 bis 1989, genauer: Die Erlebnisse einer Familie in der DDR bis zum Fall der Berliner Mauer. Die Ebene des Bildungsbürgertums in der DDR wird anhand des zu Beginn des Buches sechzehn jährigen Christian Hoffmann, dessen Vater und Onkel durchleuchtet. Aus einem ebensolchen Milieu stammt auch der Autor. Aufgrund weiterer biographischer Übereinstimmungen zwischen den Personen des Buches und Tellkamp selbst, sowie einiger Charaktere, die an reale Personen gemahnen, wird hinter dem Buch eine Art Schlüsselroman vermutet, was der Autor selbst jedoch nicht direkt bestätigt.

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Alle drei Protagonisten versuchen gleichzeitig sich mit dem System zu arrangieren und auszubrechen: Christian hat nicht viel Liebe übrig für Sozialismus oder gar Kommunismus, geht aber seinem angestrebten Medizinstudium zuliebe zur NVA, sein Vater Richard hingegen kämpft mit seiner Stasi-Vergangenheit sowie einer außerehelichen Affäre und Meno, Christians Onkel, verzweifelt in seinem Job als Lektor bei einem erfolgreichen Verlag zwischen systemtreuen und angepassten Autoren und kritischen, aber zensierten Schriftstellern.

Die Erzählung lässt sich Zeit. Mitunter meint der Leser, einen Roman zur Zeit der Jahrhundertwende zu lesen oder dass die Zeit sogar komplett angehalten wurde. Letztlich wird aber klar, dass die vielen Episoden aber nur auf den neunten November 1989 hinauslaufen können.

„Der Turm“, gerne als Bildungsroman bezeichnet, wurde in Auszügen von Tellkamp bereits vor der Printveröffentlichung vorgestellt und gewann so zuerst den Uwe-Johnson-Preis und später den Deutschen Buchpreis 2008. (riw)
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Der ehemalige Arzt Uwe Tellkamp legte seine Arbeit im Krankenhaus vor einigen Jahren nieder, um sich voll und ganz dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er das Buch „Der Eisvogel“ veröffentlicht, bei dem Kritiker zu komplementären Meinungen neigen.
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