Auch bei seinem neuen Roman „Der Turm“ neigt das Feuilleton dazu, völliger divergierender Auffassung zu sein.
In der Tat können sich die Geister leicht an den fast tausend Seiten starkes Werk scheiden. Tellkamp behandelt anhand dreier Charaktere und der Geschichte vieler hundert Figuren die Zeit von 1982 bis 1989, genauer: Die Erlebnisse einer Familie in der DDR bis zum Fall der Berliner Mauer. Die Ebene des Bildungsbürgertums in der DDR wird anhand des zu Beginn des Buches sechzehn jährigen Christian Hoffmann, dessen Vater und Onkel durchleuchtet. Aus einem ebensolchen Milieu stammt auch der Autor. Aufgrund weiterer biographischer Übereinstimmungen zwischen den Personen des Buches und Tellkamp selbst, sowie einiger Charaktere, die an reale Personen gemahnen, wird hinter dem Buch eine Art Schlüsselroman vermutet, was der Autor selbst jedoch nicht direkt bestätigt.
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Die Erzählung lässt sich Zeit. Mitunter meint der Leser, einen Roman zur Zeit der Jahrhundertwende zu lesen oder dass die Zeit sogar komplett angehalten wurde. Letztlich wird aber klar, dass die vielen Episoden aber nur auf den neunten November 1989 hinauslaufen können.
„Der Turm“, gerne als Bildungsroman bezeichnet, wurde in Auszügen von Tellkamp bereits vor der Printveröffentlichung vorgestellt und gewann so zuerst den Uwe-Johnson-Preis und später den Deutschen Buchpreis 2008. (riw)

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