In „Mängelexemplar“ folgt Kuttner Karo Herrmann, Ende zwanzig und ursprünglich erfolgreich in allen Lebenslagen, auf ihrem Weg zwischen „Partylaune und Panikattacke“, wie es der Klappentext recht anschaulich beschreibt. In ihrem urbanen Leben hat sie sich eingefühlt, der Rhythmus der Großstadt liegt ihr. Von einem Moment zum nächsten jedoch verliert sie ihren Job und gibt im selben Atemzug auch den Rest ihrer sozialen Sicherheit auf. Auf die Begeisterung über so viel Initiative und Mut folgt der Absturz in Depression und Lethargie.
Sarah Kuttner, die sich durch diverse Moderatoren-Tätigkeiten bei Viva, MTV und der ARD einen Namen unabhängig ihres Vaters Jürgen Kuttner machte, beschreibt mit ihrer Figur Karo den typischen Lebenslauf eines ehemaligen Riot Grrrls, das am Ende ihrer „wilden“ Phase mit den unabänderlichen Gegebenheiten eines einigermaßen erwachsenen Lebens konfrontiert wird.
![]() | ||
| Mängelexemplar von Sarah Kuttner | ||
| Quelle: |
Es bleibt ein gefühlter Gesamteindruck, der das Buch lesenswert macht. Sarah Kuttner versteht es, dem Leser glaubhaft zu vermitteln, dass sie Ahnung hat, von dem Thema, über das sie schreibt. Ihre Figur Karo ist ihr scheinbar so nah wie dem Leser. Das führt dazu, dass man dringend mehr über diese post-postmoderne Lebenskünstlerin erfahren möchte.
„Mängelexemplar“ erschien im März 2009 zur Leipziger Buchmesse gemeinsam mit einer Hörbuchversion, von Sarah Kuttner selbst gelesen. Die Autorin wird sich im Frühling und im Herbst auf eine Lesetour ihres Werkes begeben. (riw)

Drucken
Versenden

mehr Schlagzeilen
Kommentar schreiben