Viele tausend Bewerber versuchen Ausbildungsplätze zu bekommen, ebenso viele melden sich auf Stellenausschreibungen und noch mehr müssen auf Wunsch des Jobcenters eine Mindestmenge an Bewerbungen abgeben. Da ist es nur verständlich, wenn der oder die SachbearbeiterIn völlig überfordert wäre, müsste auf jeden abgelehnten Bewerber persönlich eingegangen werden. Dennoch führen aussagelose Standard-Antworten oder, schlimmer noch, tiefes Schweigen dazu, dass die gesamte Firma ihre Glaubwürdigkeit und damit ihr Ansehen einbüßen kann. Jede abschlägig beschiedene Bewerbung zurückzuschicken verursacht Kosten und ist zeitraubend, aber der Wert für die Firma ist unschätzbar.
Peinlich wird es für Firmen in dem Moment, wenn klar deutlich wird, dass der Text offenkundig von der Stange ist und Aussagen beinhaltet, die auf den Bewerber nicht im Geringsten zutreffen, wie etwaige Termine, Gespräche und ähnliches. Im Personalbüro reagiert man oftmals ausgesprochen pikiert über typische Redewendungen und Floskeln in Bewerbungen, hat aber gleichzeitig offenbar weniger Probleme damit, selbst solche in Antwortschreiben anzuwenden.
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| Bewerbungsgespräch | ||
| Quelle: ddp/ Jens-Ulrich Koch |
Der Leser merkt recht schnell, wenn sich der Bearbeiter mit der jeweiligen Fall tatsächlich auseinander gesetzt hat oder wenigstens eine persönliche Absage formuliert hat. Während sich ein Bewerber vielleicht über eine Absage aus Prinzip ärgert, kann dagegen eine nett formulierte Wunder bewirken. Wenn dazu auch noch auf die wirklichen Schwierigkeiten mit der Bewerbung eingegangen wird, kann der Bewerber diese unter Umständen beim nächsten Versuch vermeiden.
Eine nett formulierte und dazu noch aussagekräftige Absage steigert das Image des Unternehmens und frustriert den Bewerber auch nicht zu sehr. (riw)

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