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Soziale Ungerechtigkeit im Jahre 2018

30. November 2018 • Gesellschaft

Es gibt so viele Publikationen zu dem Thema, dass „Soziale Ungerechtigkeit“ wie eine abgedroschene Phrase wirkt. Die Realität 2018 aber zeigt mehr denn je, wie wichtig es ist, endlich die Teilung der Gesellschaft ernst zu nehmen und entsprechend zu Handeln. Anstatt Montagsdemonstrationen, den G20-Gipfel in Hamburg oder sogar Tweets von braunen Politikern wochenlang zu diskutieren, müssen die Ursachen der Zwei-Klassen-Gesellschaft geklärt und vor allem behoben werden; und dabei geht es um viel mehr als nur Geld.

Geld ist lediglich der Startpunkt für die Teilung der Gesellschaft. Geldmangel verursacht schlechte Ernährung, gesundheitliche Probleme, eingeschränkten Zugang zu Bildung und vor allem soziale Isolation. Dabei gehört Deutschland zu den reichsten Ländern der Welt. Unsere Wirtschaft ist seit Jahrzehnten einigermaßen stabil und dank Sozialstaat gibt es zahlreiche Möglichkeiten, zusätzliche finanzielle Unterstützung zu beantragen. Trotzdem könnte die Schere zwischen arm und reich kaum größer sein. Dank sozialer Einrichtungen wie die Arche oder dem Studienkreis ist in einigen Teilen des Landes für das Nötigste gesorgt. Kein Geld zu haben, bedeutet in Deutschland aber oft (wenn überhaupt) von einem Minimum zu leben. Damit lässt sich zwar das Dach über dem Kopf und ein wenig Essen bezahlen, für soziale Aktivitäten bleibt aber am Ende des Monats nichts übrig.

Befinden sich Freunde und Bekannte in derselben Situation, wird das eigene soziale Umfeld schnell als Milieu bezeichnet. Kinobesuche, Essen in einem Restaurant oder gar Urlaube sind für viele Deutsche leider nur Wunschvorstellung. Die Werbung tut ihr übriges, und schon ist das Selbstwertgefühl im Keller, wenn man nicht die neueste Generation eines Smartphones besitzt. Zusätzlich befinden sich zu viele Menschen am Existenzminimum, leben auf der Straße, hungern und stehen einer Perspektivlosigkeit gegenüber, die jegliche Teilhabe an der Gesellschaft einschränkt. Aber was tun, wenn der soziale Status von der Geburt abhängig ist? Welche Wege stehen einem denn überhaupt offen, wenn nicht genug Geld zur Verfügung steht, an einem Schulausflug teilzunehmen?

Ein ausgeglichenes soziales Klima in der Gesellschaft zu schaffen ist eine zentrale Aufgabe der Politik und die wird nicht, entgegen der landläufigen Meinung, von „denen da oben“ gemacht. In der Theorie ist jede/r(!) ein aktives Mitglied einer Demokratie. Zugegeben, nicht jede/r hat den Wunsch, sich der Politik aktiv anzuschließen. Auch ist der Werdegang, selbst zum/r Politiker/in zu werden und dem Schlachtfeld der Politik beizuwohnen, kein leichter. Aber beleidigt vor dem Fernseher zu sitzen und zu meckern ist definitiv auch keine Alternative. Warum also nicht selbst mitmachen und politisch aktiv werden? Um Politiker zu werden, kann man einer Partei beitreten und an entsprechenden Sitzungen teilnehmen. Hier findet man einen offenen Raum für Diskussionen und mit viel Arbeit und etwas Glück wird die eigene Stimme zum Sprachrohr einer ganzen Gesellschaftsschicht. Entscheidet man sich für einen Weg eines Parteilosen, wird man mit derselben Arbeit vor allem regional etwas verändern können.

Viel wichtiger, als Teil des „Systems“ zu werden, ist trotz allem ein menschlicher Umgang miteinander. Ist es denn wirklich so wichtig, was das Gegenüber für Sachen trägt, welche technischen Geräte er oder sie in der Tasche hat, oder wie viele Orte der Welt er oder sie schon gesehen hat? Unterm Strich sind wir alle wahllos zusammengesetzter Sternenstaub, der durch das Universum rast und dieser Sternenstaub, also wir selbst, gestalten unsere Gesellschaft. Ein Lächeln oder eine helfende Hand können viel mehr bewirken als Worte.

Bild: pixabay.com, image4you, 1353420

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