Nach der erfolgreichen Festnahme der kino.to-Betreiber will die Filmbranche die Geldeinnahmen der Urheberrechtsverletzer lahmlegen. Ein aufwendiges Portal werde schließlich nicht als Hobby betrieben, sagte Matthias Leonardy, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen am Dienstag in Berlin, wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Onlineausgabe berichtet. Die Sperre des Netzzugangs ist nur ein Lösungsvorschlag. Weiter wird darüber nachgedacht, Werbung umzuleiten und Warnhinweise vor dem Betreten der illegalen Seiten zu zeigen.
Online-Werbung auf den Seiten soll umgeleitet werden
"Webseiten wie kino.to sind eine Vermarktungsplattform für Online-Werbung", sagte Leonardy. Hier will die GVU ansetzen. Firmen, die ihre Werbung auf diesen Seiten platzieren, wird vorgeschlagen ihre Anzeigen nur noch auf legalen Seiten zu schalten. Bleibe dies ergebnislos, müsse eventuell "irgendwann die Frage nach der rechtlichen Verantwortung gestellt werden" sagte Leonardy. Doch nur deutsche Agenturen könnte man hierfur kontaktieren. Es ist noch unklar, wie man alle Werbenden in dieses Vorgehen einbinden soll.
Warnhinweise auf den illegalen Seiten sollen abschrecken
Die GVU möchte stärkere, alamierendere Warnhinweise auf den Seiten plazieren, sollte die Sperrung der Seiten nicht machbar sein. Die GVU, die von der Film- und Unterhaltungssoftware gefördert wird, gibt zu, dass durch die Abschaltung von Kino.to die Anzahl der illegalen Filmportale nicht abgenommen hat. "Nach kino.to ist vor kino.to", sagte der Vorsitzende der GVU. Doch die Schließung der Seite hat die Videothekseinnahmen für kurze Zeit um 25 Prozent steigen lassen. Auf kino.to konnte man mehr als eine Millionen Links zu urheberrechtlich geschützen Werken anklicken. Im Juni wurden bei einer Razzia in ganz Europa zwölf Beschuldigte festgenommen. 2,5 Millionen Euro an Einnahmen wurden beschlagnahmt.
(nas)

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