Seit der Zulassung bis zum 31. Oktober 2011 gab es 260 Verdachtsfälle mit tödlichen Blutungen, meldete Boehringer Ingelheim. Spiegel Online berichtete, dass 21 Patienten in Europa infolge der Einnahme starben. Der zweitgrößte Konzern Deutschlands sprach Anfang November noch von 50 verdächtigen Todesfällen nach der Einnahme des Mittels.
Der Konzern rechnete mit den Todesfällen
In der Zulassungsstudie wurden mehr Verdachtsfälle aufgezeichnet, somit seien die Todesfälle nicht sonderlich verwunderlich. Professor Andreas Barner, Vorsitzender der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim sagte am Sonntag bei der Pressekonferenz: "Dies bedauern wir sehr. Wir haben ein gutes Medikament auf dem Markt, das rechnerisch in drei von vier Fällen Schlaganfälle verhindern kann. Man kann verhinderte Schlaganfälle, die auch zu einem hohen Prozentsatz zu schweren Behinderungen oder sogar zum Tod führen, leider nicht zählen in der Realität". Weiter sagte er, dass es immer noch Verdachtsfälle seien, von denen man spreche, sie seien nicht belegt. Weiter legte Barner die eindrucksvollen Zahlen der Pradaxa-Studie vor. Drei von vier Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern können bewiesenermaßen mit Pradaxa® verhindert werden.
Ärzte sollten Pradaxa nur Patienten mit gesunden Nieren verschreiben
Ärzte sollten aber nun vorsichtiger mit der Verschreibung von Pradaxa umgehen, schlug der Hersteller vor. Nieren sollten auf ihre volle Funktionstüchtigkeit geprüft werden. Bei einer Fehlfunktion sollte das gerinnungshemmende Medikament nicht verschrieben werden. Das liegt daran, dass das Präparat durch die Nieren wieder ausgeschieden wird. Sind diese nicht in Ordnung, würde Pradaxa im Körper verbleiben und so innere Blutungen auslösen. (nas)

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