Durch zahlreiche Lebensmittel kann man sich eine Salmonellen-Infektion, die meist relativ harmlos mit Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen sowie leichtem Fieber verläuft, einfangen. Insbesondere bei Älteren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Krankheit jedoch in seltenen Fällen sogar lebensgefährlich werden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gab es im Jahr 2008 rund 45.400 Salmonelleninfektionen, 33 der Infizierten starben an der daraus entstandenen Salmonellose.
Neue Salmonellen-Stämme sind resistent gegen Antibiotika
Wenn es notwendig ist, wird die Infektion mit einem Antibiotikum behandelt. Doch wie "Spiegel Online" berichtet, machen neue Salmonellen-Stämme, die unempfindlich gegen herkömmliche Antibiotika geworden sind, den Ärzten Sorgen. Im "Journal of Infectious Diseases" berichtet ein internationales Forscherteam von einem Stamm des Bakteriums, der resistent gegen Ciprofloxacin ist. Der Wirkstoff ist unter anderem in Mitteln zur Bekämpfung von Durchfallerregern enthalten.
Die Zahl der Infizierten steigt jährlich
Nach Angaben von Simon Le Hello vom Institut Pasteur in Paris und seinen Kollegen haben sich die Mikroben in den vergangenen Jahren in Europa und Nordamerika ausgebreitet. Die Rede ist von knapp 500 Fällen in Frankreich, Dänemark, England und Wales in den Jahren 2002 bis 2008. Laut "Spiegel Online" steigen die Zahlen jährlich an - von drei Fällen im ersten bis zu 174 Fällen im letzten untersuchten Jahr. Allein in Frankreich erkrankten 2009 131 Menschen an den Ciprofloxacin-resistenten Keimen. Daten aus Kanada und den USA legten darüber hinaus nahe, dass der Stamm inzwischen auch dort angekommen ist.
Die ersten Ansteckungen hatten ihren Ursprung vermutlich in Ägypten
Der Studie zufolge haben sich die europäischen Erkrankten zwischen 2002 und 2005 höchstwahrscheinlich in Ägypten infiziert. Ab 2006 kamen die Keime wohl auch aus anderen afrikanischen Ländern oder aus dem Mittleren Osten. Etwa zehn Prozent der Betroffenen seien nicht gereist, was ein Hinweis dafür sei, dass sie sich durch importierte Lebensmittel oder bei anderen Infizierten angesteckt hätten.
Geflügelprodukte sind möglicherweise der Keimherd
Den resistenten Keim entdeckten die Forscher auch bei Hühnern und Truthähnen in Äthiopien, Markokko und Nigeria, berichtete "Spiegel Online". Daher könnten Geflügelprodukte einer der wichtigsten Wege sein, über den sich die Bakterien verbreiten. Dass Ciprofloxacin und verwandte Antibiotika in einigen Ländern wie Nigeria und Marokko bei der Geflügelhaltung eingesetzt werden, könnte zur raschen Verbreitung des resistenten Erregers beigetragen haben, schreiben die Forscher.
Die Nahrungsmittelproduktion muss global bewacht werden
Nach Ansicht der Forscher beweist der Fall des resistenten Salmonellen-Stammes, wie wichtig ein globales, national ausgeführtes Überwachungssystem für die Nahrungsmittelproduktion ist.
(cib)

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