Linken-Chef Klaus Ernst sagte der "Sueddeutschen Zeitung": "Auf Deutschland rollt eine Welle der Altersarmut zu. Wenn die Renten weiter in dem Tempo sinken, dann liegt die Durchschnittsrente in zehn Jahren unter der Grundsicherung." Von 2001 bis 2010 sind die Preise in deutschland im Durchschnitt um 1,36 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum legten die gesetzlichen Altersbezüge um jährlich 0,82 Prozent zu.
Renten richten sich nach Löhnen
Berücksichtige man die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die die Rentner zu zahlen hätten, habe das Renten-Plus lediglich 0,56 Prozent jährlich betragen. Nach Berechnungen der Linken sei der Wert der Renten damit seit 2001 real um sieben Prozent gefallen. Die Bundesregierung verweist laut der "Süddeutschen Zeitung" in ihrer Antwort dagegen darauf hin, dass die jährliche Anpassung der Renten sich an der Entwicklung der Löhne und nicht der Preisentwicklung orientiere.
Altersarmut nimmt zu
Eine weitere Anfrage der Linksfraktion im Bundestag richtete sich an die Altersarmut. In den von der Bundesregierung vorgelegten Statistiken wird deutlich, dass immer mehr alte und kranke Menschen auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind. Ihre Zahl stieg seit 2003 bis Ende 2009 um 74 Prozent von 325.000 auf knapp 764.000. Wissenschaftler warnen seit Jahren vor einer steigenden Altersarmut in Deutschland, auch wegen der starken Zunahme der Niedriglöhner und Solo-Selbständigen, die für ihre Altersvorsorge zu wenig tun können.
(jak / dpa)

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