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26. Dezember 2008, 11:11 Uhr
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Rekordrückgang bei Japans Industrieproduktion

Japans Industrieproduktion ist im November so stark gesunken wie noch nie. Die Produktion schrumpfte angesichts der wegbrechenden Auslandsnachfrage nach japanischen Autos oder Elektronikprodukten um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Japanische Autos, die für den Export bestimmt sind, im Hafen von Yokohama. (Archivfoto). Die Auslandsnachfrage nach japanischen Autos ist eingebrochen.
Quelle: dpa
Das gab das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Freitag bekannt. Das ist der heftigste Rückgang seit Beginn der Erstellung vergleichbarer Daten im Jahr 1953. Dies verdeutlicht einmal mehr, wie sehr die vom Exportmotor abhängige zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu spüren bekommt.

Dass die Börse in Tokio am Freitag dennoch fest schloss, lag daran, dass die Investoren derlei schlechte Konjunkturdaten schon erwarten hatten. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stieg um 140,02 Punkte oder 1,63 Prozent auf 8739,52 Punkte. Um Japans Wirtschaft angesichts der globalen Jahrhundertkrise wieder auf die Beine zu verhelfen, entschloss sich die Regierung kürzlich zu einem Rekordhaushalt von 88,5 Billionen Yen (700 Milliarden Euro) für das am 1. April 2009 beginnende neue Fiskaljahr. Um den Menschen und Unternehmen zu helfen, ist die Regierung in Tokio bereit, ihre Bemühungen zur Haushaltssanierung einstweilen hintenan zu stellen.

Das Kabinett wird den neuen Etat dem Parlament in der kommenden Sitzung um den 19. Januar herum vorlegen und zuvor am 5. Januar den bereits verabschiedeten zweiten Nachtragshaushalt einreichen. Auf diese Weise hofft die in der Wählergunst dramatisch gesunkene Regierung von Ministerpräsident Taro Aso, die Folgen der Rezession abzufedern. Asos Zustimmungswerte liegen nach jüngsten Umfragen unter 20 Prozent.

Wie die Regierung unterdessen am Freitag weiter bekanntgab, sinkt der Ausstoss der Industrie «rapide». So wird für Dezember ein weiterer Rückgang um 8,0 Prozent vorhergesagt, die düsterste Prognose, die das Industrieministerium je abgegeben hat. Im Januar dürfte der Produktionsrückgang 2,1 Prozent betragen. Angesichts der Rezession, in der sich Japan genauso befindet wie Deutschland oder die USA, müssen selbst Vorzeigeunternehmen wie Toyota ihre Produktion drosseln und Investitionspläne zurückstellen. Toyota als grösster Vertreter der besonders betroffenen Autobranche geht erstmals in seiner Geschichte von einem operativen Verlust in dem noch bis zum 31. März 2009 laufenden Geschäftsjahr aus. Experten erwarten allerdings, dass gerade innovationsstarke Unternehmen wie Toyota auch diese Krise nutzen, um sich umzustrukturieren und noch schlagkräftiger zu machen.

Nach Schätzungen des Arbeitsministeriums werden in Japan zwischen Oktober und dem Ende des Geschäftsjahres 85 000 Zeitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren haben. Jeder dritte Arbeitsplatz in Japan ist nur noch zeitlich befristet. Die Sicherung der Arbeitsplätze ist derzeit das zentrale Thema. Die Arbeitslosenquote stieg im November zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Würden die in Europa geltenden Massstäbe bei der Berechnung der Quote zugrunde gelegt, würde die Arbeitslosenstatistik noch erheblich schlechter aussehen. Die Zahl der offiziell nicht beschäftigten Menschen lag bei 2,56 Millionen, 100 000 mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Auf 100 Jobsuchende kamen nur noch 76 freie Stellen. (riw / dpa)
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