Zügigkeit im Entscheidungsprozess ist geboten. Nach Bekanntwerden, dass Griechenland unverzüglich Geld benötigt um fällige Zinsen zu tilgen, wurde das Land von Ratingagentur Standard & Poor's auf das Ramschniveau "BB+" gesenkt. Dass heisst Griechenland ist so gut wie nicht mehr Kreditwürdig. Das Land müsste exorbitante Zinslasten in Kauf nehmen, um an den internationalen Märkten Krediten zu erhalten.
Als Reaktion auf die Einstufung sagte Ulrich Blum, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle: "Die Märkte sind offenbar zur Entscheidung gekommen, dass Griechenland anhand schlechter Fundamentaldaten die Schulden nicht mehr aus eigener Kraft zurück zahlen kann. Die Gläubiger müssen erkennen, dass die ganzen Ausleihungen von fast 200 Milliarden Euro nicht mehr einbringbar sind."
Banken an Griechenland-Rettung beteiligen
In Deutschland wird darüber diskutiert, dass auch die Gläubigerbanken ihren Beitrag zur Rettung leisten. Grünen Politikerin Renate Künast kritisierte die Banken für ihre Finanzpolitik gegenüber Griechenland und forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf: "Angela Merkel muss die Vorstände aller Banken, die am griechischen Desaster Geld verdient haben, zum Rapport ins Kanzleramt vorladen."
Ob Griechenland die höchstwahrscheinlichen ausgegebenen Kredite jemals zurückzahlen wird können, ist durchaus fraglich. Der geforderte harte und flächendeckende Sparkurs ist Innenpolitisch noch nicht vollends akzeptiert. Gestern demonstrierten wieder zahlreiche Griechen in ihrer Hauptstadt gegen die Sparmassnahmen. Unterdessen gerät auch Portugal zunehmen finanzpolitisch unter Druck. Das Land wurde ebenfalls von den Rating Agenturen herab gestuft.
(bpc / dpa)

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