Vor wenigen Wochen verhängte das Bundeskartellamt hohe Bussgelder gegen mehrere Nahrungsmittelproduzenten wegen illegaler Preisabsprachen. Denselben Verdacht hegt das Bundeskartellamt nun gegen den deutschen Einzelhandel. Das "Handelsblatt" beruft sich auf interne Kreise, wonach das Bundeskartellamt glaubt, dass es jahrelang ein regelrechtes Netz von Preisabsprachen in der Konsumgüterbranche gegeben habe, um die Erträge hochzuhalten.
Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagter der Zeitung: "Wir konzentrieren uns in diesem Verfahren auf klare Kartellrechtsverstösse und nicht auf sogenannte Graubereiche." Im ersten Verfahren gegen die Nahrungsmittelproduzenten waren Produkte wie Kaffee, Schokolade und Tiernahrung im Fokus. Jetzt soll die Produktgruppe um Artikel wie Bier, Backzutaten oder Würzmittel wie Maggi näher betrachtet werden.
Wenige Anbieter dominieren den Markt
Das Bundeskartellamt argumentiert, dass der Markt bei diesen Produkten von einigen wenigen Anbietern dominiert wird, dieses erleichtere Preisabsprachen. Bei ihrem Verdacht stützten sich die Wettbewerbshüter auf Daten, auf die sie bei umfangreichen Razzien zu Jahresbeginn bei Handels- und Lieferantenfirmen gestossen seien, berichtete die Zeitung weiter. Wegen des laufenden Verfahrens wurden bislang keine konkreten Firmennamen genannt. Weitere Untersuchungen und Besuche bei den betroffenen Unternehmen sollen erfolgen.
(bpc / ddp)

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