Auf rund 80 Textseiten der Dissertation fänden sich mehr als 120 Stellen, die als Plagiat zu bewerten sind, so eine Stellungnahme der Universität Heidelberg. Silvana Koch-Mehrin den Doktortitel abzuerkennen ist nach mehrwöchiger Prüfung ihrer Arbeit und einer Anhörung der Politikerin gefallen. "Angesichts der Vielzahl und des systematischen Charakters der Plagiate kann kein Zweifel daran bestehen, dass sich Frau Koch-Mehrin in ihrer Dissertation fremdes geistiges Eigentum angeeignet und als das eigene ausgegeben hat", sagte Dekan Manfred Berg.
Zweite Politikerin mit Plagiatsaffäre
Die Quantität und Qualität der nachweisbaren Plagiate lege zwingend die Schlußfolgerung nahe, dass diese Dissertation keine "selbstständige wissenschaftliche Arbeit" im Sinne der Promotionsordnung der Fakultät und des Landeshochschulgesetzes Baden-Württemberg darstelle. Bereits im Februar waren Plagiate in der Doktorarbeit des ehemaligen Verteidgungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg entdeckt worden. Beide Politiker reagierten auf die Anschuldigungen erst einmal gleich, sie stritten die Plagiatsvorwürfe ab. Zu Guttenberg hat mittlerweile zugegeben seine Doktorarbeit abgeschrieben zu haben und ist zurückgetreten. Koch-Mehrin hat sich bisher zu der Aberkennung ihres Doktortitels noch nicht geäußert.
(jak / dpa)

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