Pfiffige Details bei Kombis und SUVs

Berlin – Je größer, desto besser? Firmenwagenfahrer und Familien schauen bei der Wahl eines praktischen Autos zuerst auf das Kofferraumvolumen. Doch kommt es bei Kombis oder SUVs nicht nur auf die Literzahl an. Für den Alltag sind oftmals ein paar pfiffige Detaillösungen viel wichtiger.

Die Gepäckraumabdeckung beispielsweise ist für Lademeister Lust und Leid zugleich. Denn so praktisch es ist, wenn man mit ihr neugierige Blicke aussperren kann, so sehr stört sie, wenn man mal ein bisschen mehr einladen muss. Musste man sie dafür früher mühsam ausbauen und daheim in der Garderobe zwischenlagern, lässt sie sich seit einigen Jahren bei vielen Autos in einem extra Fach unter dem Ladeboden verstauen. Im BMW X5 gibt es dafür jetzt eine besonders komfortable Lösung: Zum ersten Mal funktioniert das elektrisch, und die gesamte Kassette surrt auf Knopfdruck in den Keller des Kofferraums.

Elektronisch umklappbare Sitze

Viele Kombis und SUVs finden mit verschiebbaren und umklappbaren Sitzen für jeden Anlass der richtige Kompromiss zwischen Kind und Kegel. In vielen Autos riskiert man dabei allerdings seine Fingernägel, weil die manuellen Mechanismen oft schwergängig und die Bedienschlaufen oder -hebel schlecht erreichbar sind. Daher gehören in den gehobenen Kategorien elektrische Lösungen mittlerweile zum Standard. Land Rover hat die Sitzverstellung beim Discovery sogar mit einer App gekoppelt, so dass man den Laderaum vom Smartphone aus schon erweitern kann, während man noch an der Möbelhaus-Kasse steht.

Gefahr von Überladung oder zu kleinen Parklücken

Große Klappe, viel dahinter? Das mag zwar eine gängige Ansicht sein, birgt aber im Alltag bisweilen gravierende Nachteile. Denn je größer die Klappe ist, desto größer muss auch die Parklücke sein, wenn man beim abgestellten Auto den Verschlag öffnen will. Diesem Problem tragen viele Hersteller mit einer geteilten Heckklappe Rechnung: Bei Autos wie dem Range Rover oder dem BMW X5 schwingt deshalb eine Hälfte nach oben und die andere nach unten auf. Bei Modellen wie dem Peugeot Rifter, der V-Klasse von Mercedes oder dem Fünfer Touring von BMW kann man zumindest die Scheibe separat öffnen und so auch in engen Lücken leicht laden.

Je größer der Kofferraum, desto größer ist auch die Gefahr, sein Auto zu überladen. Dieser Gefahr begegnet Opel beim neuen Combo mit einer Art eingebauter Waage zur automatischen Gewichtskontrolle: Leuchtdioden im Cockpit schlagen Alarm, wenn es der Lademeister übertrieben und zu viele Pfunde durch die Heckklappe gewuchtet hat.

Schubladen und Stauraum gegen Aufpreis

Wohin mit der Kameraausrüstung, den Angelruten, der Staffelei oder dem Jagdgewehr? Das sind zugegeben echte Luxusprobleme. Doch weil der Rolls-Royce Cullinan ja auch ein Luxus-SUV ist, nimmt sich der Hersteller solcher Fragen besonders gründlich an – zumal Geld bei der Klientel nur eine untergeordnete Rolle spielt. Deshalb gibt es für hohen vierstellige Aufpreis im Kofferraum «Recreation Modules» – elektrische Schubladen mit maßgeschneiderten Einsätzen für allerlei Freizeitgerätschaften.

Sensoren öffnen Türen

Wer voll beladen mit Tüten oder Taschen an seinen Kofferraum kommt, der wird die Gestensteuerung für die Heckklappe zu schätzen lernen, die sich seit einigen Jahren bis hinunter in die Kompaktklasse bei Kombis und SUV etabliert hat. Statt mühsam den Schlüssel aus der Tasche zu friemeln und den Knopf für die Fernbedienung zu drücken, reicht es dabei, einen Fuß unter dem Heck zu schwenken oder dem Wagen einen angedeuteten Tritt zu verpassen, damit sich die Kofferraumklappe elektrisch öffnet.

Bei Kombis und SUV finden sich viele Ablagen für den üblichen Kleinkram auf großen Reisen. Besonders kreativ waren dabei die Entwickler des neuen Citroën Berlingo. Sie haben nicht nur Klappen im Fußraum eingebaut, hinter denen man etwas verstauen kann. Sondern sie haben auch eine Art Hochregal unter das Dach gezimmert.

Vorn funktioniert die offene Konsole ein bisschen wie die Gepäckablage im Reisebus. Hinten dagegen wie der Dachboden in einem alten Bauernhaus. Denn es gibt sowohl vom Kofferraum als auch vom Rücksitz aus einen Zugriff zu dem Fach, in dem man zum Beispiel Jacken oder Kuscheltiere verstauen kann, ohne dass sie zwischen Koffer und Kisten geraten.


(dpa/tmn)

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