
Opel Sanierungskonzept steht
Quelle: ddp / Clemens Bilan
Opel Sanierung: Die Details
Die vorliegenden Informationen des Mantelvertrages sehen in Rüsselsheim einen Stellenabbau von 485 Arbeitsplätzen vor, 300 in Kaiserslautern und in Bochum 1488, bei Zulieferbetrieben sollen 350 Stellen gestrichen werden. Im kleinsten Opelstandort in Eisenach werden den Angaben zufolge keine Stellen abgebaut. Die Belegschaft verzichtet auf Einmalzahlungen und Teile des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. "Nach Umsetzung dieser Personalreduzierungen wird die Adam Opel GmbH bis zum 1.1.2015 keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen", so die Vertragsparteien.
Angekündigt wurde auch die Einführung fünf neuer Produkte in den kommenden Jahren. In Eisenach soll eine neuer Kleinstwagen, der Opel Junior gebaut werden. Eine überarbeitete Version der Limousine Insignia soll bereits 2015 statt wie bisher geplant 2016 von Band laufen. Des Weiteren will Opel ein Fahrzeug mit Kleinstmotor (SGE/Small Gas Engine), einen Nachfolger des Kastenwagens Combo und ein Cabriolet bauen.
Die geplanten Werksumstrukturierungen sehen den Ausbau des Werkes in Kaiserslautern "zu einem Kompetenzzentrum für Press- und Komponentenfertigung" vor. In Bochum wird unter anderem ab 2011 "exklusiv" der neue Van für Opel/Vauxhall gebaut. Die Produktion des Opel Astra bleibt in Rüsselsheim, hier soll auch ein Entwicklungszentrum als Stütze der US-Konzernmutter General Motors (GM) entstehen.
Opel Sanierung: Drei wichtige Fragen sind noch unbeantwortet
Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz lobte die Einigung: "Dieser Vertrag ist ein sehr ausgewogener Kompromiss und ein absolut positiver Schritt, der Sicherheit für die Beschäftigten bringt." Doch noch ist das Sanierungskonzept nicht in trockenen Tüchern. Für eine endgültige Einigung bleibt noch die Erörterung drei wichtiger Fragen:
Die Gewinnbeteiligung der Opel-Belegschaft ist noch nicht geklärt. Einen Tarifvertrag für das neue Entwicklungszentrum in Rüsselsheim gibt es auch noch nicht. Offen ist darüber hinaus weiterhin, wie das von den Beschäftigten eingesparte Geld verwahrt werden soll. Die Vertragsparteien haben sich europaweit darauf verständigt, dass die Beschäftigten bis 2014 auf jährlich rund 265 Millionen Euro Lohn und Gehalt verzichten. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland tragen einen Anteil von 176,8 Millionen Euro. Das eingesparte Geld soll auf einem Treuhandkonto verwahrt werden und können mit Zinsen an die Mitarbeiter zurückgegeben werden, wenn der Autobauer die geplanten Projekte nicht umsetzt. Die genaue Konstruktion dieser Treuhandlösung ist noch offen.
(bpc / dpa)

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